Mit Engelszungen versuchte er den Jungs zu entlocken, wo sie sich gerade befinden oder wie sie mit Nachnamen heißen. Das Einzige was er herausfindet, ist der Verdener Ortsteil Hülsen. Schnell bemüht er die Rückwärtssuche im Internet und auch das Archiv der Leitstelle, ob die Nummer bekannt ist, aber leider nicht. Deswegen bittet er die Polizei um Amtshilfe. Nach ein paar bangen Minuten die Rückmeldung: Es gibt eine Adresse, die zu 80 Prozent stimmt. Reinhardt entsendet einen Rettungswagen und wartet ab, was passiert. Alle Beteiligten haben Glück, denn es ist nicht nur die richtige Adresse, sondern auch die Jungs öffnen die Türe. Es war nicht einfach, aber dennoch kam die Hilfe für Mama Sandra noch rechtzeitig. Deswegen richtet sich Matthias Reinhardt auch noch mit einem Appell an alle Eltern: „Ja, auch für uns ist es natürlich sehr hilfreich, wenn Eltern ihren Kindern schon im jüngsten Alter beibringen, den Notruf zu wählen und adäquate Äußerungen zu ihrem Standort und zu dem was geschehen ist, zu machen, das hilft uns natürlich auch sehr weiter“.
Sandra hingegen bleibt nur die Hoffnung, dass Johannes und Fabian wieder den Notruf wählen, wenn sie dringend medizinische Hilfe benötigt. „Meine Kinder haben mir das Leben gerettet“, erzählt sie immer wieder voller Emotionen. Doch trotzdem hat die junge Frau einen großen Wunsch – ein Hausnotrufgerät. Damit könnte sie, wenn es ihr schlecht geht, selber Hilfe holen, doch sie kann es sich nicht leisten. Ihr Antrag bei der Krankenkasse – abgelehnt! Begründung: Sie hat keine Pflegstufe, dann gibt es keinen Zuschuss oder keine Übernahme. Nun hofft Sandra einfach, dass es doch einen Weg gibt, damit sie das kleine Gerät bekommt, um die schwere Last von den Schultern ihrer kleinen Kinder zu nehmen.