Kretschmer: Wenn man in der Öffentlichkeit steht, braucht es eben auch immer wieder eine Stimme, die man erheben kann, mit der man Leute erreicht und auf Themen aufmerksam macht. Die Arbeit der DKMS Life ist einfach unerlässlich, weil sie Frauen in einer Lebensphase unterstützt, in der sie schwer krank sind und keine leichte Zeit haben. Krebs ist eine so schwerwiegende Krankheit, bei der vieles wegbricht. Wenn man sich damit ein bisschen beschäftigt, merkt man sehr schnell, dass es ein großes Geschenk ist, gesund zu sein. Ich habe einfach gespürt, dass eine Unterstützung an dieser Stelle sehr viel Sinn macht. Es kann jeden treffen, es schlägt überall ein, in allen Familien, in allen Altersstufen. Wenn hier die Gesellschaft, oder in diesem Fall eben ich, unterstützen kann, macht das natürlich Sinn und ist ein großes Glück.
Gehen Sie selbst regelmäßig zur Krebsvorsorge?Kretschmer: Ich gehe auf jeden Fall regelmäßig zur Vorsorge und auch zur Krebsvorsorge. Ab 45, und leider bin ich das ja schon, sollte man das auch auf jeden Fall tun. Es ist aber auch früher schon wichtig, weil ich auch immer wieder Menschen sehe, die sehr jung an Krebs erkranken. Ich habe gerade wieder eine Frau getroffen, 27 Jahre alt, mit einem ganz massiven Befund. Deshalb sollte man auch vor der klassischen Krebsvorsorge auf sich achten und auf die Signale des Köpers hören. Man sollte stets ein gutes Gefühl zu seinem Körper behalten und lieber einmal öfter gehen als zu selten.
Was tun Sie alles für Ihre Gesundheit?Kretschmer: Ich arbeite natürlich nicht so viel, habe überhaupt keinen Stress, reise nicht extrem viel, versuche stetig an einem Ort zu sein, pünktlich zu essen und mache sehr viel Sport (lacht). Das ist natürlich das, was alle machen und was man tun sollte. Es ist natürlich immer wichtig, die Balance zu halten zwischen ein bisschen Aktivität und Entspannung. Ich habe in den vergangenen Jahren gelernt, dass ich mir in Phasen, in denen ich frei habe, auch wirklich versuche zu entspannen. Das hat mir sehr geholfen, stabiler zu werden, zu sein und zu bleiben. Auch glücklich zu sein mit der Partnerschaft und mit den Umständen, in denen man lebt, trägt viel zur Gesundheit bei. Ich glaube auch daran, dass ein erfüllter Beruf glücklich macht, weil man damit ja auch sehr viel Zeit verbringt.
Haben Sie sich für 2020 Vorsätze gemacht?Kretschmer: Ich hoffe sehr, dass es auch für uns goldene 20er-Jahre werden. Wir stehen da in einer großen Tradition, wenn wir auf die letzten Goldenen 20er zurückschauen. Wir wissen alle, was danach passiert ist. Es ist aktuell kein Tanz auf dem Vulkan, aber es gibt doch schon Parallelen. Deshalb würde ich mir wünschen, dass die Welt friedlich bleibt - das ist das Allerwichtigste! Dass die Menschen gescheit und solidarisch bleiben, dass man Menschen unterstützt, die Frieden wollen, und dass man auf die Umwelt achtet. So lange, bis auch vielleicht der Letzte verstanden hat, dass da einfach viel passieren muss und dass dies auch nur als Weltgemeinschaft zu erledigen ist. Alles in die Bahnen zu bekommen, wo es hin soll. Das ist für mich der wichtigste Wunsch, dass diese Welt versteht, dass sie eins ist. An manchen Stellen klappt das ja schon ganz gut.