In Europa bezieht nun lediglich noch Ungarn eine kleine Menge Gas aus Russland. Zudem hat man von Seiten der EU den Import von Kohle und Öl aus Russland eingestellt. Dies wiederum stellt Russland vor Probleme, weil das Land einen Großteil seiner Einnahmen aus Energieverkäufen erzielt. Vor allem die Gaslieferungen an den Westen lassen sich wegen fehlender Pipelines nicht einfach woanders verkaufen. Außerdem müssen die Russen für den Verkauf wegen der Sanktionen große Preisabschläge akzeptieren. Vor dem Krieg wurde russisches Öl aus dem Ural pro Barrel lediglich um 0,60 Cent billiger verkauft als Öl der Nordseesorte Brent. Aktuell verkauft Russland das Öl mit einem Abschlag von 26 Dollar. Ein herber Schlag für Putins Kassen. Die deutschen Gasspeicher weisen einen Füllstand von aktuell 90 Prozent auf. Laut dem Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, habe man im Januar noch nie einen solch hohen Füllstand aufgewiesen. Auch deshalb kommt Müller zu dem Schluss, dass die Energieversorgung in diesem Winter endgültig gesichert ist. Laut den vorliegenden Daten hat man im vergangenen Jahr 14 Prozent weniger Gas verbraucht, als im Vorjahr. Nächstes Ziel sei es nun, dass der Füllstand am Ende des Winters noch mindestens 40 Prozent beträgt, was die Planung des kommenden Winters deutlich vereinfachen dürfte. Im Augenblick jedenfalls deutet vieles darauf hin, dass Wladimir Putin beim Energiepoker die deutlich schlechteren Karten hat.