Waffenstillstand gebrochen! Ungeachtet der einseitig von Russland verkündeten Waffenruhe zum orthodoxen Weihnachtsfest sind die Kämpfe in der Ukraine weitergegangen. Die ostukrainische Stadt Tschassiw Jar war den gesamten Samstagvormittag heftigem Artilleriebeschuss ausgesetzt - und das während der Weihnachtsmesse!
Die orthodoxen Christen in der Ukraine feiern ebenso wie in Russland Weihnachten erst am 7. Januar. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte für das Weihnachtsfest eine einseitige 36-stündige Waffenruhe ab Freitag angeordnet.
Am Samstag bekräftigte das Verteidigungsministerium in Moskau, dass sich das russische Militär wie angeordnet bis 22.00 Uhr an die Feuerpause halten werde. Allerdings seien die russischen Streitkräfte gezwungen, auf anhaltenden ukrainischen Artilleriebeschuss und Angriffe auf ihre Stellungen zu reagieren.
Kiew hatte von vornherein bezweifelt, dass es Russland mit der Waffenruhe ernst meinte. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete sie als Vorwand, um Zeit zu gewinnen. Washington, Paris, London, Berlin und die EU reagierten ebenfalls mit Skepsis auf die Ankündigung des Kreml.