Mit der Entsendung der serbischen Truppen an die Grenze droht die Situation nun weiter zu eskalieren. Im serbischen Regierungsbüro in Kosovo hatte Leiter Petar Petkovic die Vorfälle der letzten Tage verurteilt und mit einer Rückkehr von serbischen Streitkräften in die Region gedroht. Im Zusammenhang mit den Zwischenfällen hatten 4 serbische Bürgermeister im Norden von Kosovo ihre Ämter niedergelegt. Eigentlich für den Dezember geplante Neuwahlen wurden wegen der Spannungen bereits auf den April 2023 verlegt. Zuletzt hatten ethnische Serben Landstraßen blockiert, um auf die Verhaftung eines Serben zu reagieren, der angeblich Angriffe auf Wahllokale geplant habe. Die Protestler waren vom kosovarischen Innenminister Xhelela Zvecla als extremistische Gruppen bezeichnet worden. Wegen der Sperrungen war der Grenzübergang Jarinje geschlossen worden. Am Dienstag sollen militante Serben Schüsse in die Luft abgegeben haben, um Polizisten des Kosovos zu vertreiben. Daraufhin waren 300 zusätzliche Polizisten in die Konfliktzone geschickt worden. Seit 2008 weigert sich Serbien die Eingenstaatlichkeit des Kosovo anzukennen. Dort wohnen aktuell zum Großteil Albaner. Besondere Probleme verursacht die Enklave Nord-Mitrovica, die unmittelbar an Serbien angrenzt und wo militante Aktivisten und Kriminelle immer wieder Straßenblockaden errichten und für gewalttätige Zwischenfälle sorgen.