Seit Frühjahr sei die Firma "durch das Agieren Russlands, insbesondere durch russische Sanktionen (...) in eine schwere finanzielle Schieflage geraten". Erschwerend komme hinzu, "dass Geschäftspartner und Banken aufgrund der unklaren Eigentümerverhältnisse ihre Geschäftsbeziehungen mit der Sefe beenden oder keine neuen aufnehmen wollen". Dies gefährde "die Fortführung der operativen Geschäftstätigkeit" und damit auch die Gasversorgung.
Das Unternehmen hatte bereits Darlehen der staatlichen Förderbank KfW in Höhe von 11,8 Milliarden Euro erhalten. Diese würden nun weiter erhöht auf 13,8 Milliarden Euro, erklärte das Ministerium. Bis Jahresende würden "wesentliche Teile" dieser Summe in Eigenkapital der Sefe umgewandelt. Die künftige alleinige Gesellschafterin der Firma, die neu gegründete und im Besitz des Bundes befindliche Securing Energy for Europe Holding GmbH (SEEHG) werde außerdem 225,595 Millionen Euro als frisches Stammkapital in die Firma einbringen.
Die bisherigen Gesellschafter des Unternehmens verlieren durch die Verstaatlichung ihre bisherige Stellung. Der Vorgang sei "mit einer Entschädigung verbunden", erklärte das Ministerium. "Die Höhe der Entschädigung bemisst sich am Marktwert der Sefe-Anteile. Das Entschädigungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen."