Trotzdem konnte sich der Tschetschenen-Führer Ramsan Kadyrow einen Seitenhieb auf die russische Militärführung nicht verkneifen. Er bezeichnete Cherson als sehr schwieriges Gebiet, wo es vor allem auf die regelmäßige Versorgung mit Munition, Waffen und Nahrungsmittel ankomme. In diesem Zusammenhang stellt der Tschetschenen die Frage, warum die Russen nicht schon früher damit begonnen hatten diese Nachschubwege sicherzustellen. “Bei der russischen Armee war bekannt, dass die Gegend um Cherson ein schwieriges Schlachtfeld war. Die Gegend dort kann nur gehalten werden, wenn die Lieferung von Munition sichergestellt werden kann." Aktuell würde dies aber viele Menschenleben kosten. Aus Kadyrows Sicht sei die Entscheidung von General Surowikin nachvollziehbar, der seine Truppen nun in eine strategisch günstigere Position bringe. Bis zuletzt hatte der russische Präsident Wladimir Putin versucht, den Rückzug der Soldaten aus Cherson zu verhindert, um den schmählichen Abzug seiner Truppen nach der völkerrechtswidrigen Annexion des Gebiets zu vermeiden. In diesem Zusammenhang hatte Putin sogar den angeblichen Einsatz einer schmutzigen Bombe durch die Ukraine ins Spiel gebracht.