Wie Vad allerdings durchblicken lässt, ändere sich auch in den USA langsam der Standpunkt. Dort habe man zuletzt eine Lieferung von Drohnen an die Ukraine verweigert, weil man eine Ausweitung des Konfliktes befürchtete. Schon seit Monaten bittet die Ukraine in den USA um die Drohne “Gray Eagle“. “Aktuell haben wir an der Front eine Pattsituation und müssen aufpassen, mit der Lieferung von Hightech Waffen die militärische Eskalation weiter hochzutreiben“, zeigt Vad vollstes Verständnis, dass die USA diese Drohnen nicht in die Ukraine liefert. Die USA achte immer darauf, da sie der Ukraine lediglich Waffen mit begrenzter Reichweite liefere, um eine Eskalation des Konflikts zu vermeiden. Westliche Kampfpanzer wurden bislang ebenfalls nicht an Kiew geliefert. Wie Vad erklärt, soll die neue italienische Regierung in Rom von Premierministerin Georgia Meloni die Waffenlieferungen an die Ukraine herunterfahren. Auch aus diesem Grund hält Merkels ehemaliger Berater eine Lieferung von Leopard-2-Kampfpanzern aus Deutschland nicht für zielführend. Den angekündigten Truppenabzug der Russen aus Cherson sieht Vad nicht als militärische Niederlage, sondern als Chance auf eine Umgruppierung um eine nachhaltige Verteidigungslinie am Fluss Dnipro aufzubauen. Der Militärexperte geht davon aus, dass sich die Frontlinien während der Wintermonate kaum verschieben werden. Der Rückzug aus Cherson könnte seiner Meinung nach auch dazu dienen, dass die Ukraine und Russland damit beginnen eine Lösung am Verhandlungstisch zu suchen.