In dem Bericht heißt es, dass sich entgegen der von den Beamten geschilderten Situation, 12 statt 11 Polizeibeamte vor Ort befunden hatten. 4 der Beamte seien in ziviler Kleidung vor Ort gewesen. Man habe den jungen Mann offenbar auf Deutsch und Spanisch angesprochen. Während des Vorfalls soll der junge Mann angeblich auf Französisch, Spanisch und in einer afrikanischen Sprache gesprochen haben. Nun ist offenbar nicht sicher, ob sich die Beamten dem Jugendlichen gegenüber richtig verständlich machen konnten. Weder Reizgas, noch der Beschuss mit einem Taser hatte den jungen Mann außer Gefecht gesetzt, sondern diesem vermutlich nur Schmerzen zugefügt. Zudem sei unklar, wie genau die Handlungen am Tatort abgelaufen seien, bis es dann zu den letztendlich tödlichen Schüssen gekommen war. Insgesamt soll der Jugendliche von 4 Schüssen getroffen worden sein. Zunächst war von 5 Schüssen die Rede gewesen, doch offenbar hatte eines der Projektile den Körper des Sechzehnjährigen zweimal durchbohrt. Angeblich zweifelt die Staatsanwaltschaft in Dortmund, dass der Einsatz der Schusswaffe in diesem Fall die letzte Option gewesen sei.
Der Nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (70, CDU) begrüßte die Ausweitung der Ermittlungen. Nach der Lektüre des Ermittlungsberichts, kommt es nach Reuls Meinung zu einer neuen Lage. Es sei wichtig, dass bei solchen Fällen genau hingeschaut wird, verdeutlichte Reul. Denn mit diesen Maßnahmen zeigt sowohl die Polizei als auch die Justiz, dass man alles dafür tue den genauen Ablauf zu ermitteln, um bei den Bürgern das Vertrauen in die rechtsstaatlichen Verfahren aufrechtzuerhalten. Zugleich warnte Reul aber auch vor einer Vorverurteilung der bei dem Einsatz beteiligten Beamten. Darüber müsse die Justiz am Ende anhand der Fakten entscheiden. Wie Reul informierte, habe man im Dortmunder Polizeipräsidium disziplinarrechtlichen Maßnahmen gegen die beteiligten Beamten eingeleitet. Nun muss man abwarten, was die Ermittlungen in diesem Fall ergeben.