Im letzten Jahr hat Mercedes über 586.000 Fahrzeuge in dem Werk in Peking montiert. Dies bedeutet, dass dort 28 Prozent des weltweiten Absatzes gebaut werden. Für die Leitung des Werks ist Mercedes-Vorstandsmitglied Hubertus Troska verantwortlich. Dort hat man sich den Wünschen der chinesischen Kundschaft angepasst. Dies spiegelt sich unter anderem in der Herstellung von Fahrzeugen mit extra langem Radstand wieder. Zudem ist ein eigenes Modell exklusiv für den chinesischen Markt bereits angekündigt worden. Zuletzt war außerdem eine Abteilung für Forschung und Entwicklung im chinesischen Werk eröffnet worden. Dort arbeiten mittlerweile 1.000 Entwickler an technischen Neuerungen. Das China-Geschäft ist für den Stuttgarter Autobauer sehr lukrativ. Weniger bekannt ist hingegen, dass sich auch viele Aktien in chinesischem Besitz befinden. Der chinesische Staatskonzern BAIC hält 10% des Aktienpakets von Mercedes. Zudem hält auch der chinesische Geschäftsmann Li Shufu weitere 9,7%. Außerdem halten andere chinesische Aktionäre 5 - 6% der Anteile.
Vor allem wird es wohl darauf ankommen, welche Interessen mit der geschäftlichen Zusammenarbeit verbunden sind. Eigentlich hatte Mercedes lediglich zu die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Staatsunternehmen angestrebt. Welche Interessen Li Shufu und der von ihm gemanagte Geely-Konzern verfolgen, ist weitgehend unklar. Doch offenbar kommt es zwischen den chinesischen Investoren häufiger zu Reibereien. Letztendlich wird es wohl darauf ankommen, welche Strategie die beiden chinesischen Big Player verfolgen. Ein Rückzug von Mercedes aus dem chinesischen Markt ist jedenfalls nur schwer vorstellbar. Vor allem auch deshalb, weil im Reich der Mitte der Verkauf von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren deutlich länger möglich sein wird, als in Europa. Deshalb ist damit zu rechnen, dass die Rolle des chinesichen Marktes in Zukunft weiter anwachsen wird.