Normalerweise ist es kein ungewöhnlicher Vorgang Gas abzufackeln. Doch bei der Aktion in Russland erstaunt die Experten vor allem die riesige Menge. Wie der Branchendienst RystadEnergy berechnet, sollen dort jeden Tag 4,34 Millionen Kubikmeter an Erdgas verbrannt werden. Diese Menge an Gas hat auf dem Markt einen Wert von gut 10 Millionen Euro pro Tag. Experten berichten, dass dieser Prozess bereits seit einigen Wochen läuft. Die Drosselung der Liefermengen nach Europa bringt nämlich auch für die Russen Probleme mit sich. Dort existieren keine anderen Möglichkeiten, um das Gas in andere Gegenden weiterzuleiten. Da die Russen das überschüssige Gas nicht verkaufen können, müssen sie es verbrennen.
Für Europa dagegen stellt die Drosselung der Lieferungen ein anderes Problem dar. Denn mit dieser Maßnahme wird der Markt künstlich verknappt. Dies hat zur Folge dass die Gaspreise auf dem Weltmarkt drastisch angestiegen sind. Nun hat das russische Unternehmen Gazprom angekündigt, die Pipeline Nord Stream 1 ab dem 31. August für 3 Tage wegen erneuter Wartungsarbeiten abzuschalten. Dies hatte einen sofortigen Anstieg der Gaspreise auf dem Weltmarkt zur Folge. Experten befürchten, dass die Russen ihre Gaslieferungen nach Europa sogar komplett einstellen könnten. Unterdessen heißt es aus Russland immer wieder, man wolle seine Lieferverpflichtung voll erfüllen. Das Abfackeln von Gas wird von Seiten der Russen allerdings nicht bestätigt. Stattdessen heißt es, man würde seine eigenen Speicher in Russland für Herbst und Winter füllen. Aktuell seien diese bereits zu 91,4% gefüllt.