Die vom amerikanischen Justizminister Merrick Garland angeordnete Razzia soll die höchsten politischen Persönlichkeiten nach Auffassung von Strassel nun zum Freiwild gemacht haben. Damit ist das Justizministerium der USA jetzt so mächtig wie nie zuvor. Und wird es auch dann noch sein, wenn die Republikaner eines Tages wieder im Weißen Haus sitzen. Nachdem die Demokraten behauptet hatten, dass niemand über dem Gesetz steht, ist die politische Analystin anderer Meinung und sagt: "Mal sehen wie es aussieht wenn ein republikanischer Justizminister dann die Häuser von Joe Biden, Hillary Clinton und Barack Obama durchsucht." Die Razzia beim ehemaligen Präsidenten Donald Trump gilt als Novum in der US-Geschichte. Noch nie hatte das Justizministerium der USA eine Razzia gegen einen ehemaligen US-Präsidenten angeordnet.
Die Razzia bei Trump hat zu einem Popularitätsschub geführt. Dies zeigen die Umfragen, die seit der Durchsuchung seines Hauses gestiegen sind. Mittlerweile führt Trump die Liste der republikanischen Kandidaten für 2024 mit über 40 Prozent an. Der schärfste Konkurrent, Floridas Gouverneur Ron Desantis, erreicht gerade einmal 16 Prozent. Zudem hatten 58 Prozent der Republikaner angekündigt, dass sie eine neue Kandidatur von Trump für das Präsidentenamt begrüßen würden. Letztmals hatte Trump im Jahr 2020 eine so große Unterstützung. Die innerparteilichen Vorwahlen haben gezeigt, dass Trump die republikanische Partei zurzeit fest im Griff hat. Denn die politische Gegnerin Liz Cheney hatte in Wyoming am Dienstag bei der Wahl gegen ihre Gegenkandidaten Harriet Hageman verloren. Und die ist eine Trump positiv gesonnene Repunlikanerin. In Alaska hat die ehemalige Vize-Präsidentschaftskandidatin Sarah Palin den Sprung in die nächste Runde der Abgeordnetenkandidaten geschafft, die sich ebenfalls offen zu Trump bekennt. Bisher haben sich insgesamt 7 von 8 Kandidaten für den Senat bei den Vorwahlen durchgesetzt, für die Trump Werbung gemacht hat. Bei den Vorwahlen für den amerikanischen Kongress haben 17 von 21 von Trumps Kandidaten gesiegt.
Sollte sich Trump dafür entscheiden, als Kandidat der Republikaner anzutreten, hat er offenbar sehr gute Karten. Einen Strich durch die Rechnung könnten ihm dabei lediglich die Geheimdokumente machen, die das FBI nun angeblich bei der Durchsuchung gefunden hat. Doch die Experten raten zur Vorsicht und vertreten die Auffassung, dass die Ermittlungen gegen Trump ihm durchaus politisch nützen könnten. Nämlich dann, wenn die Wähler den Eindruck bekommen, dass die Ermittlungen gegen Trump politisch motiviert sind. Dann könnte Trump tatsächlich zum nächsten Präsident der Vereinigten Staaten werden. Ein Szenario, das außerhalb der USA durchaus für einiges Unbehagen sorgen dürfte.