Diese Mail legt also durchaus nah, dass Lauterbach schon im Vorfeld von diesem Einschnitt wußte. Schließlich sollten Mitarbeiter des Gesundheotsminsiteriums gemeinsam mit den Experten des RKI diesen Änderungen einen letzten
Feinschliff verpassen. Angeblich habe man von Seiten des Gesundheitsministerium die Änderung "im Rahmen einer mündlichen Rücksprache“ abgesegnet, wie ein Jurist des Ministeriums bestätigt. Die Verkürzung des Status für Genesene war dann am 15. Januar auf der Internetseite des RKI bekannt gemacht worden. Und am selben Tag hatte Lauterbach den Bundesrat über eine neue Corona-Verordnung abstimmem lassen. Dabei hatte er den Länderchefs versprochen, sie über jede Änderung der Verordnung zu informieren, damit die Bundesländer in der Lage seien auch Einwände zu erheben. Diese durften die Änderungen dann auf der RKI-Homepage lesen und fühlten sich von Lauterbach hintergangen.
Damals hatte Lauterbach erklärt: "Mir war die Anderung des Genesenenstatus nicht bekannt“. Ähnlich hatten sich auch die Mitarbeiter aus dem Ministerium zu Wort gemeldet, die erklären, dass Lauterbach angeblich nichts von diesen Änderungen gewußt habe. Stattdessen sprach man von "Kommunikationsprobleme“ zwischen RKI und dem Ministerium. Ein pikantes Detail in diesem Zusammenhang ist aber auch, dass das von Lauterbach geleitete Gesundheitsministerium die Herausgabe der entsprechenden Mail monatelang hinausgezögert hatte. Die Zeitung die "Welt“ hatte die Herausgabe der Mail auf Basis des Informationsfreiheitsgesetzes gefordert.