Keine leichte Aufgabe, denn um den Süden wieder in ukrainische Hand zu bekommen, müsste die Ukraine eine spezielle Taktik anwenden, die insgesamt drei große Punkte umfasst. Und zwar einen Wechsel zwischen tiefen und rückwärtigen Schlachten und Nahkampf. Nach Ansicht von Ryan befindet sich im Augenblick die Tiefenschlacht bereits in der Ausführung. Mit ihr will man die langsame Zerstörung der Kriegsgeräte und der russischen Truppen vorantreiben. Dabei wird gezielt die russischen Logistik und die Luftabwehr ins Visier genommen. Zudem soll verhindert werden, dass die russischen Truppen von der Halbinsel Krim auch weiter mit Nachschub beliefert werden. Anschließend folge dann die rückwärtige Schlacht, die aus Operationen im Hintergrund besteht. "Hierbei handelt es sich um eine Vielzahl von logistischen Aktivitäten, die die Durchführung der Nah- und Fernkämpfe unterstützen", erklärt Ryan. Dies umfasse Logistik, die Instandsetzung und Bergung, medizinische Unterstützung, koordinierte Angriffe mit der Luftwaffe, Öffentlichkeitsarbeit und die strategischer Einflussnahme auf russische Truppen. Mit allen diesem Maßnahmen soll dann eine gute Ausgangslage für den Nahkampf geschaffen werde.
Und dieser ultimative Abschnitt mit dem Nahkampf werde laut Ryan vermutlich eine ziemlich blutige Angelegenheit.
Denn hier gelte es für die ukrainischen Kräfte, dass sie sich durch mehrere Verteidigungslinien der Russen kämpfen müssen, während sie mit Artilleriebeschuss belegt werden. Das Ziel sei es hier, so viel Artillerie zu zerstören wie möglich und auch eine große Anzahl russischer Soldaten zu töten. "Die kommende Offensive im Süden wird eine blutige Angelegenheit werden", ist Ryan sicher, weil keine der beiden Parteien freiwillig nachgeben werde. "Die Russen haben ihre Absicht, das von ihnen besetzte Gebiet zu halten, sehr deutlich gemacht. Aber wie die Ukrainer während des gesamten Krieges bewiesen haben, können sie die Russen überlisten und bekämpfen", prognostiziert Ryan den weiteren Verlauf der Offensive.