Offenbar sei für die Wiederinbetriebnahme der Pipeline eine Gas-Turbine notwendig, die sich seit einige Zeit in Kanada zur Wartung befunden hatte. Doch wegen der Sanktionen war sie nicht zurück nach Russland geliefert worden. Nun hat die kanadische Regierung am Wochenende eine Erlaubnis für die Ausfuhr der Turbine erteilt. Diese wird nun nach Deutschland geliefert. Anschließend soll die Turbine dann an die Russen übergeben werden. Allerdings verdeutlichte der deutsche
Wirtschaftsminister Robert Habeck (56, Grüne), dass man lediglich den Russen die Argumente nehmen wolle, den Betrieb der Pipeline an dieser Turbine festzumachen. Er selbst ist der Meinung, dass Gazprom die Leitung nach der Wartung nicht mehr mit Erdgas befüllen werde. Schon die zuvor durchgeführte Drosselung hatte Habeck als Strategie bezeichnet, um die Preise hochzutreiben.
Unterdessen hat der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz dem kanadischen Regierungschef Justin Trudeau für die Erteilung der Ausfuhrerlaubnis der Turbine gedankt. Scholz bezeichnete die Entscheidung als ein starkes Zeichen der Unterstützung der kanadischen Regierung für Deutschland und Europa. Nun muss man sich allerdings überraschen lassen, ob die Russen nach dem Erhalt der Turbin tatsächlich weiter Gas liefern werden. Gleichzeitig stellte Scholz heraus, dass sowohl Deutschland als auch Europa weiterhin humanitäre, finanzielle und militärische Hilfe für die Ukraine leisten werde.