Wieviele US-Amerikaner tatsächlich an der Front in der Ukriane kämpfen, ist unklar. Doch viele Veteranen sollen in die Ukraine gereist sein. Dabei soll es sich hauptsächlich um Bombenräumungsspezialisten, Logistikexperten oder Ausbilder handeln. Seit dem Beginn des Krieges sein in der Ukraine 21 Amerikaner im Kampf verwundet worden. Zwei weitere US-Bürger wurden getötet. Angeblich sollen zwei Amerikaner gefangen genommen worden sein. Und ein US-Bürger wird aktuell noch vermisst. Perry Blackburn und eine Reihe weiterer Unterstützer bilden freiwillig Scharfschützen für das ukrainische Militär aus. Immer wieder wechseln sie ihre Standorte um den russischen Angriffen mit Raketen zu entgehen. "Wir haben keinen Kontakt zum US-Militär, Punkt", bestätigt Blackburn. Offiziell warnt die USA seine Bürger vor Reisen in die Ukraine oder sich dort im Krieg zu engagieren. "Wir führen die US-Aussenpolitik in einer Weise aus, wie es das Militär nicht kann", verdeutlicht hingegen Andrew Milburn, ein pensionierter Oberst des Marine Corps für Spezialeinsätze. Auch er bildet in der Ukraine Soldaten für den Kampf aus.
Milburn sagt, er sei dem Aufruf des ukrainischen Präsidenten Selenskyj gefolgt, der nach der Invasion freiwillige Kämpfer um Unterstützung gebeten habe. Viele US-Veteranen in der Ukraine führen das gleiche Argument an.
Doch natürlich gibt es auch Kritiker dieser Einsätze von Freiwilligen. Dazu gehört auch George Beebe, ein ehemaliger Leiter der Russland-Analyse bei der CIA und aktuell Direktor des Quincy-Instituts. "Ich sage nicht, dass eine Eskalation in der Ukraine automatisch ist. Aber die Gefahr besteht darin, dass wir anfangen, rote Linien zu überschreiten, bevor wir überhaupt wissen, wo sie sind", verdeutlicht der Experte. Viele der Freiwilligen weisen den Standpunkt von Beebe allerdings zurück. Sie wiederum vertreten die Auffassung, man verhindere mit dem eigenen Einsatz eine Eskalation des Krieges, indem man den ukrainischen Gruppen dabei helfe sich selbst gegen die Russen zu verteidigen.