Vernichtendes Urteil über Merkels Russland-Politik - "Wall Street Journal" übt harte Kritik an Angela Merkel

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Vernichtendes Urteil über Merkels Russland-Politik - "Wall Street Journal" übt harte Kritik an Angela Merkel

News (2 / 1) 11.06.2023 23:34 / Simo Symbolbild imago


Und im selben Ton geht der Kommentar weiter: "In 16 Jahren an der Spitze der deutschen Regierung glaubte sie, Wladimir Putins Großmachts-Ambitionen mäßigen zu können. Dabei machte sie Deutschland und Europa für seine Energie-Erpressung anfällig.“ Denn offenbar sei Merkel nicht so naiv gewesen zu glauben, dass ihre Handelspolitik das Verhalten von Wladimir Putin ändern könnte. Dies habe sich vor allem darin gezeigt, dass die Kanzlerin bis zuletzt am umstrittenen Projekt Nord Stream 2 festgehalten habe. Auch dann noch, als Putin begonnen habe seine Truppen an der ukrainischen Grenze zusammenzuziehen. Stattdessen habe Merkel sogar ihr politisches Kapital in die Waagschale geworfen, um US-Präsident Joe Biden (79) zu bitten, Amerikas Opposition zu der umstrittenen Pipeline aufzugeben. "Frau Merkel bestand auch nach der Annexion der Krim und dem Einmarsch in der Ost-Ukraine im Jahr 2014 darauf, Putin weiterhin zu umwerben“, heißt es in dem Kommentar weiter. "Sie machte ihr Land anfälliger, indem sie seine Atomkraftwerke auslaufen ließ und sich weigerte, Deutschlands NATO-Zusage, 2 Prozent des Bruttosozialproduktes für die Verteidigung auszugeben, einzuhalten“, schießt das US-Magazin weiter gegen Merkels Entscheidungen.

Wall Street Journal gibt Merkel Mitschuld am Ukraine-Krieg

Am Ende kommt das einflussreichen Wirtschaftmagazin, das zur Pflichtlektüre von Amerikas Politikern, Managern und Investoren zählt, zu einem wenig schmeichelhaften Urteil. "Es ist schwer, nicht zu dem Schluss zu kommen, dass Merkels Versagen ein Grund dafür ist, dass Putin glaubte, er würde auf begrenzten europäischen Widerstand stoßen, wenn er versuchen würde, Kiew einzunehmen.“ Mit anderen Worten räumt man Merkel hier eine Mitschuld an Putins Invasion in die Ukraine ein. Auch deshalb hofft man von amerikanischer Seite nun, dass sich Bundeskanzler Olaf Scholz nicht gerade von Merkel zum Umgang mit Putin beraten lässt. "Wir hoffen, dass er sich nicht auf sie verlässt. Denn ob sie sich nun entschuldigen will oder nicht, sie hat Europas Freiheit im Stich gelassen“, urteilt die Wirtschaftzeitung knallhart.