Beim Ausbruch des Krieges in der Ukraine sei der Gasspeicher in Rehden in diesem Jahr bereits sehr leer gewesen. Offenbar hatte der russische Konzern Gazprom den Speicher bereits seit dem Sommer 2021 kaum füllen gelassen. Allem Anschein nach sollte dies in dem Konflikt als politisches Druckmittel von Russland genutzt werden. "Dass die seit dem vergangenen Sommer nicht mehr befüllt haben, ist natürlich eine Katastrophe und eindeutig strategische Kriegstreiberei“, findet auch Michael Sterner, Leiter der Forschungsstelle Energienetze und Energiespeicher von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg. Zudem bestätigte Energieforscher Peter Markewitz, dass es für das Verhalten von Gazprom keinen marktwirtschaftlichen Grund gegeben habe. Insofern liegt der Verdacht nahe, dass das interessengesteuert war“, schließt auch Markewitz. Mittlerweile ist die Bundesnetzagentur als Treuhänderin für den Speicher zuständig, die die Geschäfte der Gazprom Germania übernommen hat.
Vor kurzem hatte der deutsche Wirtschaftsminister
Robert Habeck den Russen per Verordnung den Zugriff auf den Gasspeicher entrissen. Und zwar mit einer "Verordnung zur Zurverfügungstellung unterbrechbarer Speicherkapazitäten zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit“, wie die Regelung sich im Beamtendeutsch nennt. Mit dieser Maßnahme wurde die in Ratingen ansässige Firma "Trading Hub Europe“ (THE), in die Lage versetzt, die Speicherkapazitäten erneut aufzufüllen. Zuvor waren dem Mutterkonzerns Gazprom Germania die Speicherrechte gekündigt worden. Seitdem fließt das Gas wieder mit Hochdruck in die Speicher. Nun scheint Deutschland also die Kontrolle über den Gasspeicher zurückgewonnen zu haben.