Anfang April hatte der amtierende Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bereits öffentlich seine Fehler im Umgang mit Putin eingeräumt. Dies will Merkel aber offenbar nicht tun und verteidigt ihren Kurs auch weiterhin. Sie selbst sieht offenbar keine eigene Schuld an der Eskalation. "Ich habe es glücklicherweise ausreichend versucht diese Situation zu verhindern. Es ist eine große Trauer, dass es nicht gelungen ist", erklärte Merkel, die allerdings eingestanden, dass man härter auf die russische Besetzung der Krim im Jahr 2014 hätte reagieren müssen. Trotzdem habe man die damals beschlossenen Punkte für ausreichend gehalten. Man habe Russland damals aus der Gruppe der führenden Industrienationen (G8) ausgeschlossen. Zudem erklärte Merkel, dass sie die NATO-Osterweiterung im Jahr 2008 für die Ukraine und Georgien abgelehnt habe. Wäre der Beitritt erfolgt, dann wäre es vermutlich bereits 2014 zu einer riesigen Konfrontation gekommen. Merkel selbst will sich nicht als Vermittlerin in den Ukraine-Krieg einschalten. Ein mögliches Telefonat mit Putin lehnte sie ab. "Ich habe nicht den Eindruck, dass das im Augenblick etwas nützt", glaubt Merkel, die nun stattdessen vorschlägt auf militärische Anschreckung zu setzen.