Wie die globale Textilwirtschaft sich an die Pandemie angepasst hat

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Trends kommen und gehen, aber gerade an Veränderungen gewöhnte Branchen wie die Textilindustrie haben in der Pandemie gezeigt, dass Tradition und Innovation Hand in Hand gehen können. Während Quarantäne und Homeoffice die Nachfrage nach schicker Kleidung sinken ließen, stieg der Bedarf an ganz anderen Textilien. Masken statt Mänteln und Kittel statt Kleider waren seit dem Frühjahr 2020 weltweit hoch begehrt und zumindest am Anfang schwer erhältlich. Doch etliche Textilunternehmen machten sich flugs daran, Maschinen umzurüsten und zu überlegen, welche Materialien sie benötigten und wie diese verarbeitet oder kombiniert werden mussten, um höchstmöglichen Schutz zu bieten.

 

Ein Industrieland wie Deutschland, das dank seiner Infrastruktur und einer von vornherein für seine technischen Textilien bekannten Unternehmen gute Voraussetzungen für die neuen Bedarfsartikel hatte, schaffte die Umstellung schnell. Bereits vor der Pandemie machten für die aus rund 1200 überwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen bestehende Textilbranche typische Modeartikel nicht einmal mehr die Hälfte des Umsatzes aus. Mehr als 50 Prozent gingen hingegen auf das Konto von Textilien für die Autoproduktion, das Baugewerbe, den Landschaftsbau, den medizinischen Bereich und den Umweltschutz.

 

Aber auch in anderen Ländern wurde die Textilbranche aktiv, um Krankenhäuser und Pflegeheime vor allem mit Schutzkleidung für Ärzte und Pfleger auszustatten. Masken waren ein besonderes Problem, vor allem, weil die Ansteckungen sich so schnell ausbreiteten und die Vorräte an Stoffmasken nicht reichten. Entsprechende Schnittmuster anzufertigen und in Maschinen einzuspeisen war eine Sache, aber das notwendige Material zu beschaffen, war ein anderes Problem. Die einfachen Textilmasken waren am einfachsten herzustellen, aber nur dafür gedacht, die Möglichkeiten einer Tröpfcheninfektion zu reduzieren, indem sie die Feuchtigkeit beim Sprechen auffangen. Weil sie aber weder luftdicht sind noch vor Viren und Bakterien schützen, reichten sie in der neuen weltweiten Notlage nicht aus. FFP-Masken, die vor partikelförmigen Schadstoffen schützen und in der Industrie seit langem eingesetzt werden, benötigen hingegen häufig zusätzlich zu den textilen Bestandteilen noch spezielle Filter. Diese mussten extern besorgt werden, was in den ersten Monaten zu Engpässen führte, bis die Filter-Hersteller ihre Produktion entsprechend hochfahren konnten. Dabei zeigten sich 3D-Drucker, die von Betrieben bereitgestellt wurden, als wahre Retter in der Not. Kaum eine Firma in Deutschland, die nicht ihren Teil zur Bekämpfung von Covid beigetragen hat. Auch namhafte Designerfirmen wie Hugo Boss stellten ihre Maschinen und ihr Personal in den Dienst der internationalen Sache.

 

In Spanien, das eher auf Mode als auf Industrietextilien ausgerichtet war, trieb das Ministerium für Gesundheit die Umstellung auf Sanitärmaterial an. Dazu wurde auch die vorübergehende Besetzung von privaten Betrieben und Fabriken angekündigt, um sicherzustellen, dass genügend Masken und Schutzkleidung für die landesweite Versorgung hergestellt werden konnten.

Die Unternehmen ließen sich nicht bitten. Texenclor aus Malaga stellte gleich zu Beginn der Quarantäne seine Einrichtungen bereit, um Schutzmasken für die lokale Bevölkerung zu produzieren. Das Unternehmen hatte sich zwar im vergangenen Jahrzehnt auf Mode konzentriert, aber da seine Anfänge in der Sanitärbranche lagen, besaßen die Mitarbeiter außer jeder Menge gutem Willen auch das notwendige Fachwissen, um OP-Kittel, Stiefel, Kopfbedeckungen und Masken zu fabrizieren, die den bestmöglichen Schutz vor der Krankheit bieten. Weil Knappheit weltweit und Hamsterkäufe die internationalen Engpässe verschlimmerten und zudem jede Stunde zählte, fuhren nicht nur die spanischen Behörden die Qualitätsansprüche herunter.

 

Doch auch die Vorbereitung für die Zeit nach der Pandemie wurden in vielen Fällen nicht vernachlässigt. Weil der neue Normalzustand deutlich mehr Schutz vor Viren und Bakterien erfordert, sind etliche Unternehmen mit Volldampf darauf konzentriert, bessere Materialen und Schutzmöglichkeiten zu entwickeln, die die Rückkehr zum Alltag erleichtern. Während die Masken zum Symbol der Vorsorge geworden sind, werden andere, als selbstverständlich betrachtete Textilien revolutioniert. Das gilt sogar für den Casinobereich, wo Ausrüster Abbiati aus Italien in Zusammenarbeit mit der Schweizer Firma HeiQ neue, antibakterielle Produkte für den Schutz von Spieltischen herstellen. Spezielle Mikrofastertücher mit V-Block-Technologie sind laut den Herstellern bereits unabhängig getestet und als wirksam gegen Coronaviren eingestuft wurden. Für die Zocker und das Casino-Personal bedeutet das, dass sie sich keine Sorgen um Ansteckung durch Spieltische machen müssen, obwohl Online-Casinos und die Möglichkeit, sich vorab im Internet rasch über die besten Boni bei Time2play zu informieren für die meisten Zocker ebenfalls eine attraktive Möglichkeit darstellen.

 

Reinigung, Desinfektion und Belüftung sind und waren im öffentlichen Nahverkehr wirksame Waffen gegen die Ansteckung, aber spezielle Materialien, die eigens mit neu entwickelten, antivitalen Eigenschaften ausgestattet sind, tragen zur Beruhigung innerhalb der Bevölkerung bei.

Doch auch der modische Aspekt in der Textilbranche hat sich mittlerweile zurückgemeldet. Während nach dem ersten Schock in der Quarantäne vor allem Bequemlichkeit und das wohl fühlen in lässiger Kleidung oder gegebenenfalls noch die Zoomtauglichkeit von Oberteilen im Vordergrund standen, gab es bald die ersten Trendsetter. Masken, die von Stars öffentlich getragen wurden, waren rasch ausverkauft. Ob es der Mund-Nasen-Schutz im Leopardenprint wie bei Halle Berry, eine Alter-Ego-Maske wie bei Michelle Williams oder eine Snakeskin-Maske wie bei Heidi Klum war, der gesunde Vorführeffekt machte Mode. Supermodel Naomi Campbell zeigte sich gar mit Maske, Handschuhen und einem Ganzkörperschutzanzug, um beim Fliegen so sicher wie möglich zu reisen.

 

Doch die Covid-Krise hat noch andere Auswirkungen auf Trends. Während kurzlebige Billigmode bei etlichen Kunden den Nachholbedarf am schick machen stillt, sind nicht nur in Deutschland immer mehr Leute stattdessen daran interessiert, dass ihre Kleidung nachhaltig ist.

CO2-Ausstoß, Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter und Rohstoffproduzenten und die Auswirkungen von Jeans, T-Shirt und Sommerkleid auf die Umwelt werden gezielter begutachtet. Immer mehr Modelabel achten darauf, bewusst den Ökoaspekt einzubeziehen. Veganes Leder ist längst raus aus der Nische, aber auch recycelte Polyester und wiederverwertetes Nylon werden zunehmend eingesetzt. Öko-Mode hat längst ihren Weg hinweg von Schlabberlook und Späthippie-Schick gefunden und ist genauso auf dem Laufsteg zu Hause wie auf dem Bauernmarkt. Neue grüne Labels und nachhaltige Kleidung ergänzen die Kollektionen von etablierten Modehäusern, während jüngst gegründete Labels sich von Anfang an auf ein grünes Image konzentrieren, und wenn es nur recycelte Bikinis oder aufgebrezeltes Vintage-Denim ist.

Während die Umsätze in der deutschen Textilindustrie 2020 noch bei 11,8 Milliarden Euro lagen, vielfach die Einsätze nach Ausbruch der Pandemie aber um bis zu 60 Prozent sanken, sehen die Modeunternehmen wieder zuversichtlicher in die Zukunft.

 

Obwohl die schweren Zeiten noch nicht vorüber sind und sich die Ansprüche der Kunden teilweise stark geändert haben, bleibt die Lust am gut aussehen und sich gut fühlen. Und die Unternehmen haben zudem bewiesen, dass sie selbst in Krisensituationen flexibel und verlässlich sind. So manche Innovation ist aus Notlagen heraus entstanden, und wenn es nur neue Technologien sind, die alltägliche Materialien zur Rüstung vor schweren Krankheiten werden lassen. Vorsorge kommt nie aus der Mode.

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