Offenbar hatten die Russen selbst die Ukraine auf die Spur der Waffe gebracht. Denn am Tag zuvor wurde im russischen Staatsfernsehen eine Propaganda ausgestrahlt, bei der ein Reporter direkt vom Schlachtfeld berichtete. Dabei sollen sich die russischen Soldaten mit angeblich ultraschweren Waffen gebrüstet haben. Offenbar hatten auch die ukrainischen Verteidiger den Beitrag gesehen und anhand der Umgebung einen ungefähren Standort berechnen können. Nur einen Tag nach dem russischen Fernsehbericht war die "Tulpe" dann ausfindig gemacht und zerstört worden. Auf dem jetzt veröffentlichten Video sieht man wie der Mörser von einer Granate getroffen wird und dann in Flammen aufgeht. Kurze Zeit später kommt es dann zur Explosion, weil sich die im Innern des Mörser befindliche Munition entzündet. Offenbar haben die ukrainischen Verteidiger auch bei diesem Abschuss wieder auf das Zusammenspiel von Drohnen und präziser Artillerie gesetzt.
Offenbar nutzt die Ukraine die Drohnen, damit diese präzise GPS-Daten liefern. Ähnlich soll auch eine ukrainische Attacke in der Kleinstadt Polohy (Ostukraine). abgelaufen sein, wo die russischen Truppen ihre Panzer, Fahrzeuge und Geschütze extra in einer Öl-Verarbeitungsanlage verteilt hatten. Damit sollte ein Angriff vermieden werden, weil ein Fehlschuss die Energieversorgung der ganzen Region hätte lahmlegen können. Auch hier lieferten Drohnen die exakten GPS-Daten mit denen die ukrainischen Truppen punktgenau zuschlagen konnten, ohne die Anlage zu beschädigen.
Doch um den Krieg zu gewinnen braucht die Ukraine auch weiterhin schwere Waffen. Trotz Zusicherung von Bundeskanzler Olaf Scholz sind bisher keine schweren Waffen aus Deutschland in der Ukraine angekommen.