Vor allem die Drohungen von Putin im Ukraine-Krieg auch Atomwaffen einsetzen zu wollen, hat viele von Putins Vertrauensleuten erschüttert. Seitdem distanzieren sich immer mehr politische Weggefährten. Zudem gibt es Gerüchte um Putins Gesundheitszustand. Immer wieder heißt es, Putin könnte an Krebs oder Parkinson leiden. Da sich der Kreml-Chef nun auch immer mehr isoliert, um sich vor Anschlägen zu schützen, lässt nun auch die Gerüchte um eine Paranoia Putins erneut aufflammen. Offenbar lässt sich Putin nun nicht mehr beraten, sondern versucht starrsinnig "seine historische Mission, das alte russische Reich wieder aufzubauen" vollenden zu wollen, wie Galeoti spekuliert. Und um dieses Ziel zu erreichen wird Putin nach Meinung von Galeotti auch auf einen Atomwaffen-Einsatz nicht verzichten, wenn dieser seinen Zwecken dient.
Nicht einmal engste Berater werden den Kreml-Despoten von diesem Vorhaben abbringen können. Selbst der Verlust seines treuen Bündnispartner China könnte bei einem Einsatz von Atomwaffen drohen, wie Galeotti sicher ist. In den letzten Wochen haben nur wenige Berater mit Putin gesprochen, denn wer eine andere Linie als Putin vertritt, wird kurzerhand vor die Tür gesetzt. Selbst bei Videokonferenzen duldet Putin keinen Widerspruch und bricht sie ab, sobald jemand sein Vorgehen kritisiert. Und offenbar gibt es einige politische Gegner, die sogar noch weniger Glück haben. Gerade erst hat der frühere Oberst des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, Gennady Gudkow, durchblicken lassen, dass die mysteriösen Todesfäller einiger russischer Oligarchen und deren Familien auch durchaus Auftragsmorde gewesen sein könnten.