Doch mittlerweile fordern auch Experten in Deutschland einen Stopp der russischen Energielieferungen. "Je länger wir warten, desto schlechter. Denn je mehr Zeit verstreicht, desto besser kann sich Russland auf einen Lieferstopp vorbereiten“, forderte die Wirtschaftsweise Veronika Grimm . Auch eine langsame Drosselung des Laufs von Öl und Gas würde keine Sanktionswirkung haben. "Es muss darum gehen, jetzt unmittelbar die europäischen Zahlungen an Russland deutlich zu reduzieren, am besten zu stoppen“, verdeutlicht Grimm. In dieser Hinsicht müsse man auf unterschiedliche Art vorgehen. Etwa Importsteuernerheben, mit denen dann ein Teil der Zahlungen an Russland einbehalten werden kann. Eine andere Möglichkeit sei die Bildung von Treuhandkonten, auf die Russland erst nach einem Friedensschluss Zugang erhalte. Auch ein Embargo wäre nach Grimms Meinung möglich. "So herausfordernd ein möglicher Lieferstopp für unsere Wirtschaft auch sein mag, langfristig dürfte es uns sehr deutlich teurer zu stehen kommen, wenn wir jetzt nicht handeln“. urteilt die Wirtschaftsexpertin. Denn auch China werde das Vorgehen der westlichen Welt nun genau beobachten. Wenn man diesmal nicht konsequent handele, werde es nach Grimms Auffassung in Zukunft weitere Konflikte dieser Art geben.