Weber hofft darauf, dass die Ukraine den Russen ein zweites Mal trotzen kann. Denn dies würde wohl dafür sorgen, dass Putin dann andere Lösungen suchen müsste, um aus diesem Konflikt herauszukommen. "Wenn dieser Ansturm scheitert (...), dann wird der Punkt kommen, wo sich Putin auch fragen wird, sind die Kosten für diesen Krieg nicht langsam zu hoch? Wie könnte eine Lösung aussehen?" Und dann wäre nach Webers Meinung die Lösung durch die Diplomatie möglich, bei der auch Deutschland eine Rolle spielen könnte. Aktuell ist ein soloches Szenario aber noch weit entfernt. Es ist zunächst einmal damit zu rechnen, dass Putin mit aller Macht versuchen wird die Ostukraine inklusive der Donbass-Region bis zum russischen Nationalfeiertag am 9. Mai unter Kontrolle zu bekommen, wie RTL-Russlandexperte Dirk Emmerich vermutet. "Der 9. Mai ist tatsächlich ein Tag – der Tag des Sieges über Hitler 1945 und der sitzt ganz tief im Bewusstsein der Russen und der russischen Gesellschaft", verdeutlicht Emmerich, den es deshalb nicht überrascht, dass Putin den Konflikt immer wieder als "Krieg gegen die ukrainischen Nazis und Faschisten" bezeichnet.
Unterdessen ist Experte Weber sicher, dass eine Waffenlieferung aus Deutschland, wenn überhaupt, nur zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen wird. "Nach meiner Einschätzung ist das aus Beständen der Bundeswehr in der Tat fast unmöglich. Die Bestände sind derart klein", gibt Weber beim RTL-Interview zu bedenken. So habe die Bundeswehr gerade einmal 120 Artilleriegeschütze, während Russland um die 12.000 Stück besitze. Eine mögliche Lösung sieht der Experte in Lieferungen durch die Rüstungskonzerne. Allerdings dringt Weber darauf schnelle Lösungen zu finden. "Es wird viel zu viel Zeit vertrödelt. Es geht um Tage oder allenfalls um Wochen, in denen diese Dinge nun gebraucht werden", macht Weber Druck und fügt hinzu: "Es ist allerhöchste Zeit."