1,8 Millionen Abonnenten und insgesamt 1,4 Milliarden Aufrufe: Arazhul (22) gehört zu den erfolgreichsten Gaming-YouTubern in Deutschland und hat sich damit seinen Kindheitstraum verwirklicht. "Ich würde jedoch sagen, dass YouTuber und Influencer sein inzwischen viel komplizierter ist, als es damals war", erklärt der 22-Jährige, der eigentlich Roman Fink heißt, im Interview mit spot on news.
"Man muss wirklich viel lernen", sagt Fink und rät jungen Leuten, die ebenfalls von einer solchen Karriere träumen, gut in der Schule zu sein: "Ihr braucht später für das ganze Influencer-Leben gute Bildung, weil ihr sonst nicht weit kommen werdet." Es reiche nicht, "nur lustig zu sein oder gute Beauty-Videos zu machen, man muss auch Köpfchen haben. Wenn man YouTube-Star werden möchte, sollte man sich erst einmal überlegen, was man machen will und man muss auch relativ schlau sein."
"Das Spiel ist unendlich"Er selbst habe "einfach nur aus Spaß angefangen, YouTube-Videos zu drehen", erklärt Fink. "Bevor irgendjemand anderes Interesse hatte, YouTube zu machen, war ich davon schon begeistert. Mit 13, 14 war ich in meinem Bekanntenkreis damals auch der einzige, der daran festgehalten hat, diesen Traum zu verwirklichen. Das habe ich geschafft, indem ich einfach konstant immer Videos hochgeladen und nie aufgehört habe."
Inzwischen wird der Let's-Player aus Baden-Württemberg von seinen Fans auch auf der Straße erkannt, wie er verrät. Bekannt gemacht haben ihn unter anderem Videos zu Minecraft. Das spiele er deswegen, "weil das Spiel so vielfältig und langlebig ist. Viele Leute kennen es und es macht Spaß, immer wieder von Neuem alles aufzubauen und neue Geschichten zu erzählen. Das Spiel ist sozusagen unendlich und man kann wirklich alles in Minecraft umsetzen, was man auch in der echten Welt umsetzen kann. Das ist wahrscheinlich das Faszinierende daran."
Ohne Instagram und YouTube läuft nichtsUnd was sagt er Eltern, die besorgt sind, weil der Nachwuchs zu lange vor dem Bildschirm sitzt? "Ich finde, es ist ganz wichtig in der heutigen Gesellschaft, dass Kids und Jugendliche mit den Medien mitgehen." Bei den jungen Leuten seien Instagram und YouTube einfach Standard. "Wenn manche Kinder das von ihren Eltern komplett verboten bekommen, finde ich das persönlich nicht richtig." Es entstehe ein Zugehörigkeitsgefühl, "wenn man versteht, über was geredet wird. Wenn jemand überhaupt gar keine Ahnung hat von YouTube oder Instagram, weil es zu Hause verboten wird, kann das sehr schnell zur Ausgrenzung führen".
Der Alltag sollte allerdings nicht nur aus Medien, Konsolenspielen, Smartphones oder YouTube bestehen, meint er weiter, "es gehören auch Hobbys dazu, einfach mal rausgehen und was machen, ohne vor dem Bildschirm zu hängen. Da muss wahrscheinlich jedes Elternteil eine gesunde Mitte fürs eigene Kind finden."