Seit den Beginn des Ukraine-Kriegs hat die mecklenburg-vorpommerische Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (47, SPD) ihre Meinung über den russischen Präsidenten Wladimir Putin um 180 Grad geändert. Jetzt bezeichnet Schwesig Putin als "Kriegstreiber" und dessen Vorgehen in der Ukraine als "verbrecherischen Angriffskrieg“. Und auch ihren jahrelangen Einsatz für die russische Gaspipeline "Nord Stream 2" ist jetzt "ein Fehler", den die SPD-Politikerin gemacht habe. Doch offenbar hat man die SPD-Politikerin von Seiten Russlands zuvor ordentlich um den Finger gewickelt wie brisante Dokumente belegen!
Doch dieser Wandel wirkt vor den Vorkommnissen aus der Vergangenheit ziemlich unglaubwürdig. Denn nun scheint es Belege dafür zu geben, wie Schwesig und ihre Staatskanzlei seit mehreren Jahren eng mit den Verantwortlichen für den Bau der Pipeline "Nord Stream 2" zusammengearbeitet haben. Und dort soll man sich offenbar zum Vorteil des Kreml-Konzerne Gazprom und Nord Stream eingesetzt haben. Mindestens 15 Mal sollen sich Schwesig und auch deren Vorgänger Erwin Sellering (72, SPD) seit dem Jahr 2012 mit Nord-Stream-Chef Matthias Warnig getroffen haben, der ehemals für die Stasi gearbeitet hat und als enger Vertrauter von Wladimir Putin gilt. Die Treffen belegen Terminlisten der Landesregierung, aus der mindestens 50 Kontakte von Nord-Stream-Managern mit der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern hervorgehen. So soll sich der ehemalige Stasi-Mitarbeiter Warning unter anderem mit Schwesig und Altbundeskanzler Gerd Schröder (78) zum Abendessen in Heringsdorf getroffen haben. Bei dem Treffen sei über möglich US-Sanktionen beim Bau von Nord Stream 2 gesprochen worden.