Am Sonntag wählte Frankreich seinen Präsidenten. Doch offenbar droht ein ganz enge Wahl. Denn der amtierende Präsident Emmanuel Macron (44) und die Rechtspopulisten Marine Le Pen (53) haben es in den zweiten Wahlgang geschafft! Die Stichwahl muss entscheiden - Le Pen gilt als persönliche Freundin Putins - was würde ein Sieg der Rechtspopulistin für Europa bedeuten?
Sämtlich Umfragen gehen davon aus, dass die selben Protagonisten wie bereits 2017 die Wahl unter sich ausmachen werden. Allerdings ist der Abstand zwischen beiden Kandidaten seitdem stark geschrumpft. Die Stichwahl wird am 24. April stattfinden. Während Macron aktuell bei 52 Prozent der Stimmen liegt, vereinigt Le Pen rund 48 Prozent auf sich. Wobei Le Pen in den letzten Wochen starken Aufwind bekommen hat. Dies hat wohl auch damit zu tun, dass Macron im Wahlkampf kaum in Erscheinung getreten ist und mehr auf den Konflikt in der Ukraine fixiert gewesen war. Und seine Beliebtheit bei den Franzosen bröckelt seit Jahren. Viele Franzosen ordnen ihn bereits als Vertreter des abgehobenen politischen Establishments Frankreichs ein. Einige Experten bezeichnen Macron als eine Art Ampel-Regierung. Macron ist je nach Lage wirtschafts- und sozialliberal, grün, manchmal aber auch spendierfreudig. Diesmal jedoch wird die Wahl wohl zwischen bürgerlichen Wählern und Protest-Wählern entschieden. Und den Protestwählern haben vor allem Corona und die steigende Inflation in die Karten gespielt.