Zur Zeit befindet sich auch der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (66) in Helsinki. Steinmeier erörtert dort die Folgen des Ukraine-Kriegs für die russischen Nachbarländer. Zudem signalisierte Steinmeier den Finnen die deutsche Unterstützung für einen Beitritt zur NATO. Ebenfalls positive Signale sendet der NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Dieser hatte Finnland und Schweden am Mittwoch angeboten, die Aufnahme in das Bündnis zu beantragen und eine zügige Entscheidung angekündigt. "Wenn sie sich für einen Antrag entscheiden, erwarte ich, dass alle Verbündeten sie willkommen heißen werden“, erklärte Stoltenberg. Diese Gedankenspiele haben in Russland, das mit Finnland eine 1.300 Kilometer lange Grenze teilt, bereits zu unverhohlenen Drohungen geführt. So drohte der russische Duma-Abgeordnete Wladimir Dschabarow: "Wenn sich die finnische Führung darauf einlässt, wäre das ein strategischer Fehler. Finnland, das sich dank der engen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen mit Russland all die Jahre erfolgreich entwickelt hat, würde zur Zielscheibe. Ich denke, das wäre eine schreckliche Tragödie für das gesamte finnische Volk.“ Dschabarow fügte hinzu, es sei unwahrscheinlich, dass "die Finnen selbst eine Karte für die Zerstörung ihres Landes unterschreiben würden“.
Angeblich seien die Finnen aber auch auf den Worst Case vorbereitet. Einem Bericht der "Financial Times“ zufolge, haben die Finnen Treibstoffvorräte und Getreide gehortet. Zudem seien alle Pharmaunternehmen verpflichtet worden, sämtliche importierte Medikamente für einen Zeitraum von drei bis zehn Monate auf Vorrat zu halten. Zudem seien viele größer Gebäude bereits mit Bunkern ausgestattet worden. Wie der finnische EU-Minister Tytti Tuppurainen erklärte, sei eine Bedrohung durch Russland immer ein realistisches Szenario gewesen. "Wir haben unsere Gesellschaft vorbereitet und seit dem Zweiten Weltkrieg für diese Situation trainiert.“ Nach Tuppurainens Ansich habe die Gefahr eines Krieges in Europa die Finnen "alles andere als überrascht“.