Obwohl in der Ukraine Krieg herrscht, lässt das Land selbst weiter russisches Gas in Richtung Europa strömen. Denn wie jetzt bekannt wird, profitiert auch die Ukraine jedes Jahr im Milliardenbereich von dem Gas, das der russische Gasversorger Gazprom in die Europäische Union leitet. Nach dem Massaker in der ukrainischen Stadt Butscha ist dies nun aber auch für die Ukraine ein Problem. Denn sie verdient mit den russischen Gaslieferungen Milliarden, fordert aber gleichzeitig von den europäischen Staaten kein Gas in Russland zu kaufen - ein Dilemma und ein Widerspruch!
Seit dem Beginn des Konflikts wird in ganz Europa nach Lösungen gesucht, um zukünftig nicht mehr von russischem Gas abhängig zu sein. Experten vermuten, dass die Lösung dieses Problems die EU mehrere Jahre kosten könnte. Und nun macht die Schweizer Zeitschrift "Weltwoche“ auf ein weiteres Problem aufmerksam. Denn offenbar profitiert ausgerechnet auch die Ukraine vom Gasverkauf der Russen an Europa. So erhält die ukrainische Regierung gar Milliardeneinnahmen dafür, dass durch ukrainisches Staatsgebiet russische Gas nach Westeuropa gelangt. In der Ukraine vereinigen sich gar 3 russische Trassen für Gas, die aus Sibirien, von der Jamal-Halbinsel und aus dem zentralasiatischen Teil Russlands kommen und sich bei Orenburg in der Nähe der Grenze zu Kasachstan in der Ukraine in einer "Verdichterstation“ vereinen. Von dort geht das Gas dann in die "Transgas“-Leitung, die südlich von Uschhorod von der Ukraine in die Slowakei verläuft. Diese Gaslinie geht auf den deutsch-sowjetischen Erdgas-Röhrenvertrag des Jahres 1970 zurück. Damals hatte sich Russland für die Lieferung von Erdgas-Rohren verpflichtet, Gas an Thyssen zu liefern. Die in Deutschland gefertigten Leitungen werden auch in der heutigen Zeit noch immer genutzt.