Verbannt! "The Crown" erinnert an vergessene Doku über die Royals

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Verbannt! "The Crown" erinnert an vergessene Doku über die Royals

Stars (1 / 1) 28.12.2020 17:47 / Olga Symbolbild Sophie Mutevelian/Netflix


Unter Verschluss

Die dritte Staffel der beliebten Netflix-Serie "The Crown" ist endlich da und sorgt bereits für jede Menge Gesprächsstoff. Fans werden in der vierten Folge an eine längst vergessene Dokumentation über die Queen und die britischen Royals erinnert, die Ende der 1960er Jahre im britischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Heute ist "Royal Family", so der Name des Dokumentarfilms, jedoch nur noch in wenigen Ausschnitten zu sehen. Fans der Serie, die die vierte Episode der dritten Staffel noch nicht gesehen haben, seien vor Spoilern gewarnt.

Ein vergessenes Phänomen

Die britischen Royals sind sehr auf ihr Privatleben bedacht. Zwar gibt man sich auf öffentlichen Auftritten in der Regel volksnah, wirklich private Angelegenheiten verbleiben aber für gewöhnlich hinter verschlossenen Türen. In der vierten Folge der dritten "The Crown"-Staffel laden die Royals jedoch ein Filmteam zu sich ein. Prinz Philip (98), gespielt von Tobias Menzies (45), möchte dem gemeinen britischen Steuerzahler mit einer Dokumentation zeigen, dass die Familie ihr Geld auch Wert ist. Der Versuch geht jedoch kräftig nach hinten los und die Queen will die Doku für immer aus dem TV verbannen. So heißt es zumindest in der Serie.

"Royal Family", eine Koproduktion der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt BBC und des Fernsehnetzwerks ITV, feierte am 21. Juni 1969 tatsächlich seine Premiere im britischen Fernsehen. Die Einschaltquoten waren überwältigend. Laut Angaben des "Smithsonian Channel" saßen damals rund 37 Millionen Menschen vor ihren Fernsehgeräten, um einen Blick hinter die Kulissen der Monarchie zu erhaschen. Bei etwas mehr als 55 Millionen Briten sahen damit knapp zwei Drittel der damaligen Gesamtbevölkerung zu. An anderen Stellen ist sogar von drei Vierteln der Briten die Rede. Nicht einmal bei der Fußball-WM schalten annähernd so viele Zuschauer ein.

Im selben Jahr sei die Dokumentation laut dem "Telegraph" noch unzählige weitere Male ausgestrahlt worden. Die "Internet Movie Database" (IMDb) listet sogar eine TV-Premiere in Westdeutschland (22. November 1969) und Österreich (Dezember 1969) - offenbar unter dem Titel "Die königliche Familie". Doch schon bald wurde der Film nie wieder öffentlich gezeigt - zumindest nicht in seiner Ganzheit. Ein letztes Mal wurde er im Februar 1972 von der BBC ausgestrahlt, zum zwanzigjährigen Jubiläum der Thronbesteigung der Queen.

Zeit des Umschwungs

Doch was waren die Beweggründe für die Queen, sich und ihre Familie rund 18 Monate lang von den Kameras begleiten zu lassen? Mehreren Quellen zufolge hätten die Berater der Königin damals befürchtet, dass die Royals sowohl die Unterstützung des Volkes als auch die Finanzierung durch den Steuerzahler verlieren könnten. Die Beliebtheit der Royals sollte wieder gesteigert werden. Außerdem sollte die Investitur von Charles (71) als Prinz von Wales gefeiert werden.