Von Seiten von Aercap sei man bemüht, weitere Flugzeuge in seinen Besitz zurückzubekommen. "Wir wissen aber nicht, ob wir dazu in der Lage sein werden", heißt es aus den Kreisen des Unternehmens. Im 1. Quartal 2022 will man nun alle Maschinen abschreiben, die bis dahin nicht aus Russland herausgeholt werden können. Wegen der Sanktionen des Westen gegen Russland hatte Bermuda allen dort eingesetzten Flugzeugen, die auf der Karibikinsel registriert waren, die Lufttüchtigkeit aberkannt. Russland hatte daraufhin ein Gesetz erlassen, dass im Westen geleaste Flugzeuge als Eigentum der jeweiligen Fluggesellschaften registriert werden dürfen. Dies ist nach internationalen Abkommen nicht möglich, doch ein Einlenken Moskau gilt als ausgeschlossen. So können die Maschinen auf russischen Inlandsstrecken eingesetzt werden. Den Gesamtwert der in russischer Hand befindlichen Maschinen schätzt die Analysefirma Ishka auf 10,3 Milliarden US-Dollar. Ein Großteil der Flugzeuge sind neue und moderne Maschinen der Herstellern Airbus oder Boeing, die aber zukünftig nicht gewartet und für die die Unternehmen keine Ersatzteile mehr liefern werden. Experten sprechen vom größten Flugzeugraub in der Geschichte der Luftfahrt. Zahlreiche Versicherer und Rückversicherer, unter denen sich auch die deutschen Versicherer Allianz, Munich Re und Hannover Rück befinden, werden vermutlich für 10 bis 15 Prozent des Schadens aufkommen müssen.