Mehrere hundert im Westen geleaste Flugzeuge befinden sich zur Zeit noch in Russland und dürften nach geltenden Regeln eigentlich nicht mehr fliegen. Doch in Russland hat man entschlossen diese Flieger zu behalten und nicht an die Leasing-Gesellschaften zurückgegeben. Ansonsten würde wohl der Zusammenbruch der russischen Luftfahrt drohen. Durch diesen Raub entsteht ganz offiziell der höchste Schaden in der Luftfahrtgeschichte - und deutsche Versicherer stecken mitten drin!
Weil die Sanktionen gegen Russland dafür gesorgt haben, dass viele Flieger weder gewartet werden noch über Versicherungsschutz verfügen, hat man von russischer Seite beschlossen diese Flieger zu behalten. Der Verlust dieser Flieger bedeutet nicht nur für die Leasing-Unternehmen einen Schaden, sondern auch für die Versicherungsunternehmen. So hat das weltgrößte Flugzeug-Leasingunternehmen Aercap mittlerweile Schäden in Höhe von etwa 3,5 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit in Russland einbehaltenen Flugzeugen gemeldet. Das Unternehmen hatte 135 Maschinen und 14 Triebwerke an verschiedene russische Fluggesellschaften vermietet. Lediglich 22 Flugzeuge und drei Triebwerke konnte das Unternehmen aus Russland zurückholen. Das Restrisiko soll nun bei rund 2,5 Milliarden Dollar. Aktuell geht die Luftfahrtberatung IBA davon aus, dass sich am 10. März noch 523 Maschinen von ausländischen Unternehmen in Russland befunden haben. So soll die allein die russische Gesellschaft S7 Airlines 101 Maschinen geleast haben und Aeroflot weitere 89 Jets.