Ein verbaler Dauerbrenner war der Streit mit dem damaligen Kölner Trainer Christoph Daum (66). Der freche Daum hatte über den engen Hoeneß-Freund Jupp Heynckes (74), der die Bayern trainierte, gelästert, dass dieser Werbung für Schlaftabletten machen könnte und die Wetterkarte interessanter sei als ein Gespräch mit Heynckes, was ihm Hoeneß über Jahre hinweg nicht verziehen hat. Als Daum im Jahr 2000 Bundestrainer werden wollte, sagte Hoeneß: "Wenn das alles Fakt ist, worüber geschrieben wurde, auch unwidersprochen über den verschnupften Daum, dann kann er nicht Bundestrainer werden." Worauf Daum den Bayern-Manager wegen übler Nachrede verklagte.
Einige Wochen danach stellte sich heraus, dass Daum in der Tat Kokain-Konsument gewesen ist - und deshalb nicht Bundestrainer werden konnte.
Auch andere bekamen ihr Fett wegDie verbalen Duelle zwischen Hoeneß und seinem Manager-Kollegen Willi Lemke vom SV Werder Bremen überdauerten Jahrzehnte und ließen an Schärfe nichts zu wünschen übrig. Lemke titulierte Hoeneß als "Totengräber des deutschen Fußballs" und sagte in einem Werder-Buch: "Hoeneß glaubt, mit Geld und Macht Leute niederzubügeln, sie mit gezielten Attacken mundtot machen zu können." Uli Hoeneß bezeichnete Lemke als "Volksverhetzer" und urteilte, es sei "erstaunlich, dass ein Mann mit einem solchen Charakter Minister eines Bundeslandes werden kann", als Lemke Mitglied im Bremer Senat wurde.
Doch mit Lemke söhnte sich Hoeneß aus. 2016 tranken die beiden auf Brüderschaft. "Ich habe längst einen Uli Hoeneß kennengelernt, dem ich nie permanent widersprechen würde", bekannte der ehemalige SPD-Senator im FC-Bayern-Magazin "51".
Die Liste derer, die Hoeneß abgekanzelt hat, ließe sich wohl noch eine Weile lang fortführen. Damit sie nicht noch länger wird, gibt Lemke dem einstigen Kontrahenten noch einen Ratschlag mit in den Ruhestand: "Nimm es mir nicht übel, wenn ich Dir für Deinen Ruhestand raten darf: Im Sinne Deiner Nachfolger, die in riesige Fußstapfen treten und ihren eigenen Weg finden müssen: Wenn etwas falsch läuft, sag' es diplomatisch unter vier Augen. Nicht volles Rohr in der Öffentlichkeit. Sonst werden sie es sehr, sehr schwer haben."