"Godfather of Harlem": Malcolm X trifft "Die Sopranos"

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"Godfather of Harlem": Malcolm X trifft "Die Sopranos"

Stars (2 / 1) 28.12.2020 17:45 / Simo Symbolbild Epix/David Lee


Für wen ist die Serie?

Viele Faktoren von "Godfather of Harlem" locken vor den Bildschirm, allen voran der herausragende Cast um Oscar-Preisträger Whitaker. D'Onofrio als sein Gegenspieler, dazu "Breaking Bad"-Star Giancarlo Esposito (61) in der Rolle des realen, opportunistischen Politikers Adam Clayton Powell Jr. - dieser Seriencast ist großes Kino.

Die Serie von Showrunner Chris Brancato (57) verbindet den wahren Hintergrund des schmutzigen Drogenkriegs während der 1960er Jahre mit dem Zwiespalt der Hauptfigur: einerseits liebender Familienvater, andererseits skrupelloser Schwerverbrecher, der nicht davor zurückschreckt, sich selbst die Hände schmutzig zu machen. In dieser Hinsicht ähnelt die Dramaturgie dem Maß aller Ganoven-Dinge "Die Sopranos". Bleibt die Frage, wie viel Sympathie man einem Gangsterboss eigentlich entgegenbringen darf oder kann.

Neben Geschichtsunterricht und Milieustudie bietet "Godfather of Harlem" die standesgemäße Gewalt. Wer Probleme damit hat, zu sehen, wie die Hauptfigur einen Mann mit einer Rasierklinge traktiert oder wie Informationen aus einem Auftragskiller "herausgekitzelt" werden, der sollte sich vielleicht eine andere neue Lieblingsserie suchen.