Eigentlich ist Medwedew noch als einer der
zurückhaltenderen Personen im Umkreis des russischen Präsidenten bekannt. Doch durch seine Äußerungen gibt er jetzt einen Einblick in die Denkweise der russischen Führung, während sich die Beziehungen mit dem Westen in der schwersten Krise seit der Kuba-Krise im Jahr 1962 befindet. Noch immer bezeichnet Russland die am 24. Februar begonnene Invasion als militärischen Sondereinsatz. Dieser habe das Ziel, das Nachbarland zu demilitarisieren und entnazifizieren. Dabei soll angeblich die russisch-sprachige Bevölkerung von einem Genozid geschützt werden. Doch die Regierung in Kiew hat dies stets als Unsinn zurückgewiesen und spricht, wie auch der Westen, von einem kriegerischen Angriff. Russland werde die Zerstörung durch die USA nicht zulassen. Sollte der Westen mit seinen Maßnahmen fortfahren, dann könnte dies laut Medwedew in einer "großen atomaren Explosion“ enden. Zudem warnte Medwedew davor, dass ein Zusammenbruch von Russland auch zu einer neuen und instabilen Führung führen könnte. Einem Land, das über eine beträchtlich Anzahl an Atomwaffen verfüge. Offenbar wird der Kampf auch auf diplomatischer Ebene mit deutlich schärferen Waffen geführt werden.