"The Crown": Darauf wird "peinlich genau geachtet"

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"The Crown": Darauf wird "peinlich genau geachtet"

Stars (1 / 1) 28.12.2020 17:44 / Frank Symbolbild [M] imago images Future Image / Des Willie/Netflix


Christian Schwochow im Interview

Ab dem 17. November ist die dritte Staffel der Erfolgsserie "The Crown" auf Netflix verfügbar. Mit Christian Schwochow (41, "Deutschstunde") hat erstmals ein deutscher Regisseur mitgewirkt. Der 41-Jährige hat zwei Episoden verantwortet. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news spricht er über das "ordentliche Budget", das der Serie zur Verfügung steht, und schwärmt von der Arbeit mit der neuen Queen, Oscar-Preisträgerin Olivia Colman (45, "The Favourite - Intrigen und Irrsinn"). Außerdem stellt er klar, dass "The Crown" zwar "keinen Imagefilm für den Buckingham Palast" drehen will, aber auf etwas besonders Acht gegeben wird.

Wie sind Sie an diesen Traumjob überhaupt gekommen?

Christian Schwochow: Ich habe seit drei Jahren einen Agenten in London und der hat geschaut, was es für mich in England zu tun gibt. Irgendwann hat er die Produzenten von "The Crown" getroffen und ihnen meinen Kinofilm "Paula" gezeigt. Da sie gerade auf der Suche nach einem Regisseur für die dritte Staffel waren, durfte ich mich vorstellen. Ich hatte ein richtiges Bewerbungsgespräch via Skype. Das lief gut und ich habe daraufhin Peter Morgan, den Showrunner und kreativen Kopf der Serie, getroffen. Wir haben uns gegenseitig zugehört und relativ schnell sagte er: "Komm zu uns und dreh' mit uns."

Mussten Sie sich über die britischen Royals erst einlesen oder sind Sie Royal-Fan?

Schwochow: Ich hatte vorher überhaupt nichts mit den Royals zu tun. Ich musste mir Wissen aneignen, habe es aber gerne gemacht, weil das sowieso meine Herangehensweise als Filmemacher ist. Ich liebe es, Welten zu erobern, die mir fremd sind. Ich habe eine ganze Menge gelesen und Leute getroffen in London, die mir Dinge erklärt haben. Das Tolle ist, dadurch dass "The Crown" so erfolgreich ist und Peter Morgan so eine einzigartige Arbeitsweise hat, gibt es ein ganz großes Recherche-Team, das einen bei allem unterstützen kann, was man wissen will. Es gibt eigentlich keine Information, die die nicht herausfinden können. Diese fachliche Unterstützung hat die Arbeit unheimlich angenehm gemacht.

Wie haben Sie Oscarpreisträgerin Olivia Colman erlebt?

Schwochow: Olivia Colman als Queen Elizabeth ist ein Traum, so ein wunderbarer Mensch und so eine tolle Schauspielerin. Sie hat während der Dreharbeiten den Oscar als beste Schauspielerin bekommen, blieb aber bodenständig, neugierig und offen. Das Gleiche gilt für Helena Bonham Carter und Tobias Menzies.

Wie waren die Dreharbeiten vor Ort?

Schwochow: Ich kann nur Positives berichten. Ich habe nichts zu beklagen bei meiner Arbeit bei "The Crown". Die Dreharbeiten waren toll. Ich habe meinen Kameramann aus Deutschland mitgebracht, Frank Lamm, mit dem ich alles mache. Ansonsten hatte ich ein zauberhaftes britisches Team. Es war durchaus viel größer als alles, was ich bisher gemacht habe. Aber es ist sehr professionell. Dadurch, dass die Serie ein ordentliches Budget hat und schon sehr erfolgreich ist, hat man tolle Arbeitsbedingungen.