Impfpflicht für Pflegekräfte startet! Haben wir jetzt bald zu wenig Pflegekräfte & Krankenschwestern

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Impfpflicht für Pflegekräfte startet! Haben wir jetzt bald zu wenig Pflegekräfte & Krankenschwestern

News (2 / 1) 17.03.2023 00:33 / Günter Symbolbild imago


So hat zum Beispiel Sachsen verlauten lassen, dass einige Landkreise die Einzelfallprüfungen bis in den Sommer verzögern werden. In Thüringen glauben die Behörden an monatelange Verwaltungsverfahren, die dann zu Einzelfallprüfungen führen, bei denen Anhörungen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern vorgenommen werden. In Bundesländern wie Bayern gibt es zunächst verlängerte Fristen für die Vorlage des Impfnachweises. Außerdem bieten man in Bayern auch Beratungen an, damit sich die widerspenstigen Mitarbeiter doch noch impfen lassen. In Berlin wird die jetzt eingeführte Impfpflicht komplett unter Berücksichtigung der Versorgungssicherheit umgesetzt. Im Notfall können die Ämter dort das Verfahren aussetzen, um die Versorgung der Patienten sicherzustellen. .

Experten fordern: Ämter sollten einheitlich vorgehen

Um die neuen Vorgaben umzusetzen plädiert Dr. Gaß deshalb für "eine klare und möglichst einheitliche Vorgehensweise der Gesundheitsämter“. Es würde wieder einmal einen bundesweiten Flickenteppich verursachen, wenn die Ämter in diesem Zusammenhang überall unterschiedlich vorgehen werden. Dies würde auch in der Branche selbst zu Chaos führen. Deshalb warnt auch Ulrich Weigeldt, der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, vor Rechtsunsicherheit bei der Umsetzung der Impfpflicht: "Wir sind skeptisch, ob das Gesetz in den Hausarztpraxen am Ende des Tages wirklich einen Unterschied macht, denn klar ist: Diese Impfpflicht kommt sehr spät und wird in den verschiedenen Bundesländern anscheinend auch sehr unterschiedlich ausgelegt. Ob das hilft, die Impfquoten spürbar zu steigern, ist zumindest einmal zweifelhaft“, glaubt der Mediziner deshalb. Doch offenbar dürfte es für die Hausärzte weniger Probleme geben. Denn erste Daten zeigen, dass wohl zwischen 93 - 95 Prozent der Mitarbeiter in den Hausarztpraxen geimpft wurden. Man darf also hoffen, dass die Zahlen in Pflegeheimen und Krankenhäuser ähnlich positiv ausfallen.