Welche Folgen hätte ein russischer Bankrott für Deutschland? Verlieren deutsche Firmen alles?

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Welche Folgen hätte ein russischer Bankrott für Deutschland? Verlieren deutsche Firmen alles?

News (2 / 1) 14.03.2023 00:33 / Angela Symbolbild imago


Nach Durchsicht der Daten der Bundesbank aus dem 4. Quartal 2021 zeigt sich, dass die Schulden Russlands bei Deutschen Banken lediglich bei 0,4 Prozent aller ins Ausland verliehenen Geldbeträge liegen. Offenbbar schuldet Russland den deutschen Banken rund 4,26 Milliarden Euro, 1,435 Milliarden US-Dollar und 1,728 Milliarden Rubel. Wobei die Forderungen in Rubel schon jetzt wegen der enormen Abwertung der russischen Währung wertlos sind. Insgesamt soll der Wert der Kredite nach Russland der deutschen Banken bei 7,365 Milliarden Euro liegen. Mit 4,697 Milliarden betrifft der größte Teil der Kredite private Personen (wie Oligarchen) und russische Unternehmen. Diese Kredite wären also der größte Schaden. Allerdings mussten diese Forderungen bereits mit dem Beginn der Ukraine-Invasion praktisch abgeschrieben werden. Generell ist das Risiko der Banken also verhältnismäßig niedrig. Größer dürften die Verluste aber bei Unternehmen sein, die in Russland investiert haben

Russland wird wohl westliche Vermögenswerte einfrieren

Angesichts der westlichen Sanktionen wird erwartet, dass Russland seine Auslandsschulden nicht begleichen wird. Gleichzeitig sei auch damit zu rechnen, dass Putin seinerseit versuchen wird, die Vermögenswerte von westlichen Firmen in Russland einzufrieren. Dramatischer ist die Lage für Deutschland aber bei den Rohstofflieferungen. Denn ganz Europa ist auf die Lieferung von russischem Erdöl, Gas und Kohle angewiesen. Sollten diese Lieferungen von russischer Seite eingestellt werden, würde Europa eine harte Belastungsprobe drohen. Dadurch würde dann auch der Preis vieler Produkte steigen. Darunter auch Agrarprodukte und Nahrungsmittel. Auch deshalb will Europa möglichst bald eine Unabhängigkeit von den russischen Gas- und Öllieferungen zu erreichen. Entsprechende Pläne zur verstärkten Nutzung von flüssigem LNG-Erdgas soll dabei helfen die Abhängigkeit von Russland zu vermindern.