Scholz machte Kreml-Chef Putin persönlich für den Krieg verantwortlich. "Dieser Krieg ist Putins Krieg", sagte er. "Er allein, nicht das russische Volk, hat sich für diesen Krieg entschieden. Er allein trägt dafür die Verantwortung." Der Kanzler warf Putin vor, alle Angebote einer diplomatischen Beilegung "in den Wind geschlagen" zu haben.
Scholz richtete in seiner Fernsehansprache einen direkten Appell an den russischen Präsidenten: "Stellen Sie die Kampfhandlungen unverzüglich ein. Ziehen Sie die russischen Truppen aus der Ukraine zurück. Widerrufen Sie die völkerrechtswidrige Anerkennung der Gebiete Donezk und Luhansk."
Der Kanzler sagte dem Kreml-Chef eine Niederlage voraus. "Putin wird nicht gewinnen", sagte Scholz. "Die Bürgerinnen und Bürger in der Ukraine wollen Demokratie und Freiheit." Mit dem Krieg werde Putin "dem russischen Volk und der Zukunft seines eigenen Landes schweren Schaden zufügen".
Scholz wies darauf hin, dass der Krieg in der Ukraine in geografischer Nähe zu Deutschland stattfinde. "Gerade zwei Flugstunden von Berlin entfernt sitzen gerade Familien in Luftschutzkellern", sagte er. "Frauen, Männer und Kinder bangen um ihr Leben. Ukrainerinnen und Ukrainer bewaffnen sich, um ihre Heimat gegen eine Invasionsarmee zu verteidigen."
Der Kanzler bekräftigte, dass der Westen ein Sanktionspaket auf den Weg bringen werde, das Russlands Wirtschaft "hart treffen" werde. Ziel sei es, "der russischen Führung klar zu machen: Für diese Aggression wird sie einen hohen Preis zahlen."