"Man muss es später mal rückwirkend betrachten. Wir hatten ja davor eher länger keine Sturmphase gehabt. Das ist die extremste Westwetterlage seit langem“, erklärt Diplom-Meteorologe Jung gegenüber der "Bild"-Zeitung
Schon zu seiner Studienzeit habe sich abgezeichnet, dass es zukünftig häufiger Extremwetterlagen geben werde. Vor allem beobachten die Klimaforscher immer größere Extreme. In diesem Zusammenhang erinnert Jung auch an den Februar 2021 als die Temperaturen zwischen -26 Grad und 22 Grad plus zirkulierten. "Erst ein paar trockene Sommer und vergangenes Jahr die Megaflut. Das totale Kontrastprogramm. Das scheint irgendwie auf die globale Erwärmung zurückzuführen. Das Wort Klimawandel mag ich nicht, denn das Klima wandelt sich seit Bestehen der Erde. Wenn dann der menschengemachte Einfluss auf den Klimawandel“, bringt Jung seine Meinung zum Ausdruck. Und auch Klimatologe Dr. Karsten Brandt von Donnerwetter.de äußert sich zum Thema: "Ich denke, dass es bis jetzt statistisch nicht zu einer Zunahme von Winterstürmen in Mitteleuropa gekommen ist. Also die Sturmhäufigkeit hat in Deutschland nicht wirklich zugenommen. Allerdings steht grundsätzlich in einer wärmeren Atmosphäre mehr Energie für stärkere Stürme zur Verfügung. Auch könnte das Temperaturgefälle in der Höhe stärkere Stürme bringen“, erklärt der Wetterexperte die jüngsten Vorkommnisse.
Sowohl Brandt als auch Jung gehen davon aus, dass das Wetter sich nun in den nächsten Tagen erst einmal wieder beruhigen wird. Allerdings sollen schon im nächsten Monat wieder extreme Wetterlagen möglich werden. Innerhalb der nächsten 3 bis 4 Wochen erwarten die Wetterexperten durch den Jetstream und die Westwetterlage noch weitere Stürme. Wie stark diese werden, können die Meteorologen allerdings bisher noch nicht genau einschätzen. Dies wird sich dann wohl erst wieder kurz vor dem Eintreffen der Stürme in Deutschland zeigen.