Gleich in den ersten Minuten der ersten Folge ist aus dem Off zu hören: "Wie weit würdest du gehen? Für deine Freunde? Für deine Ideologien?" Head-Autor Jan Berger, Executive Producer Dennis Gansel sowie das Regie-Duo Anca Miruna Lazarescu und Mark Monheim lassen die Jugend zwar rebellieren, doch ein klares Zeichen setzen sie damit nicht. Der Aufstand in der Provinz artet in Gewalt und Sachbeschädigung aus, bis einige der Jugendlichen in der Gruppe selbst Skrupel bekommen und in Richtung friedlicher Protest schwenken.
Was wollen die Macher der Jugend mit "Wir sind die Welle" mit auf den Weg geben? Friedlicher Protest macht bereits seit dem Klimastreik von Greta Thunberg (16) Welle und das auf der ganzen Welt. "Gewalt war noch nie die Lösung", sagt eine Lehrerin in der Serie. "Heiligt der Zweck die Mittel?" Die Frage wird bereits nach wenigen Folgen beantwortet, nachdem so einiges aus dem Ruder läuft.
"Wir sind die Welle" gelingt es nicht wirklich, die Positionen der Jugendlichen klar herauszuarbeiten. Die Eltern werden etwas platt zu Gegnern abgestempelt. In einer Folge sagt ein Jugendlicher, es gehe darum, "dass man glaubt, was man sagt und tut, woran man glaubt". Die Themen des Aufstands sind aber zu vielseitig und frei wählbar, ohne klare Ideologie. So verblasst das Ganze relativ schnell.
Vielleicht wäre es besser gewesen, sich näher an der Buchvorlage zu orientieren. Oder eine Serie über Jugendliche zu machen, die in den Rechtsradikalismus abdriften, das klingt aktueller denn je.