Am 9. November 1989 ist die Berliner Mauer gefallen und hat Ost- und Westdeutschland wieder vereint. Einer, der in der DDR seine Kindheit verbrachte und im Westen als Schauspieler Karriere machte, ist Serienstar Tom Wlaschiha (46). Er feierte unter anderem mit "Game of Thrones", "Das Boot" und "Tom Clancy's Jack Ryan" Erfolge. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erinnert sich der Schauspieler an seine Kindheit in der DDR und was er dem Mauerfall zu verdanken hat.
Sie sind in Sachsen geboren und aufgewachsen. Wie haben Sie den Mauerfall erlebt?Tom Wlaschiha: Die ganzen Monate vorher waren eine relativ aufregende Zeit, weil man natürlich gemerkt hat, dass etwas in Bewegung ist. Ich bin in der Nähe von Dresden aufgewachsen und wir hatten kein Westfernsehen, deswegen kamen viele Infos über Radio oder Hörensagen. Ich muss sagen, ich hatte in der DDR eine sehr glückliche Kindheit. Ich habe da gerne gelebt und erstmal nichts vermisst. Aber der Wunsch rauszukommen und die Welt zu sehen, der war schon sehr stark. Und dann war das plötzlich möglich, da war ich natürlich sehr glücklich. Von einem auf den anderen Tag stand mir damit die Welt offen. Ich wäre heute nicht da, wo ich jetzt bin, wenn das damals nicht passiert wäre. Rückblickend bin ich sehr froh, dass ich die Chance hatte, in beiden Systemen zu leben. Ich möchte diese Erfahrung auf keinen Fall missen.
Welche Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?Wlaschiha: Mir ist letztens aufgefallen, dass wir damals schon ziemlich nachhaltig gelebt haben, wenn auch gezwungenermaßen. Alles wurde aufgehoben und wiederverwendet, jeder Nagel aus einem alten Brett wurde rausgezogen und aufgehoben, da man ja nie genau wusste, ob man ihn nicht demnächst mal braucht.