Und auch Deutschland könnten dann Lieferengpässe drohen, wie Carsten Fritsch, Rohstoff-Experte bei der Commerzbank, gegenüber dem Magazin "Wir" informiert. Durch den Konflikt rechnet der Banker mit einem Ausfall von 16 Millionen Lieferungen Weizen aus Russland und der Ukraine. Dadurch könnte es zu einer Knappheit von Mehl kommen, was sich wiederum auf die Preise von Nudeln und Backwaren auswirken würde. In den letzten Jahren war der Preis für Weizen sowieso bereits stark angestiegen. Lag der Preis pro Tonne im Jahr 2017 noch bei 165 Euro, so werden zur Zeit rund 263,50 Euro je Tonne gezahlt.
Anfang Februar hatte der russische Präsident Putin zudem beschlossen, in den nächsten beiden Monaten keine Lieferungen von chemische Düngemittel zu genehmigen, wie die britische Tageszeitung "Express" berichtet. Ohne den Dünger sei es möglich die Ernteerträge von Weizen und Baumwolle zu senken. Damit hatte Putin auf die Sanktionen gegen das Unternehmen Belaruskali reagiert. Seitdem sind die Preise von Dünger auf dem Weltmarkt rasant angestiegen. Russland und Weißrussland liefern 38 Prozent des weltweiten Angebots an Kali, einer der Hauptzutaten zur Herstellung von Düngemitteln. Die gestiegenen Kosten senken dann die Gewinne der Landwirte. Durch die aktuellen Lieferengpässe, kommen dann auch noch höhere Energiepreise und Kosten für die Arbeit hinzu. Wie man sieht könnte die Versorgung der Europäer mit Lebensmitteln mittelfristig tatsächlich in Gefahr sein.