Jetzt kommt nämlich eine Studie von Forschern der University of California zu einem Ergebnis, dass diese Hoffnung auf Herdenimmunität anzweifelt. Jetzt twitterte nämlich der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach, dass der milde Verlauf von Omikron nur zu einem relativ kurzen Schutz führen könnte. Offenbar sei es zweifelhaft, dass der Schutz nach einer Omikron-Infektion ebenso lange anhalte, wie nach einer Delta-Infektion, behauptete der Gesundheitsminister. Die Studie der amerikanischen Forscher stellt sogar grundsätzlich in Frage, ob ein milder Omikron-Verlauf überhaupt einen Schutz gegen andere aktuelle und künftige Corona-Varianten bietet. Die Forscher hatten 239 Serumproben untersucht, von den 125 von vollständig geimpften, teils geboosterten und teils nicht geboosterten Personen stammen. 53 dieser Menschen hatten sich mit Corona infizierten. 39 Patienten steckten sich mit der Delta-Variante an und 14 Personen mit Omikron. Anschließend wurde dann in allen Proben der Antikörpertiter bestimmt. Zwar sind Antikörper alleine nicht ausschlaggebend für die Gefahr einer neuen Ansteckung, doch sie geben einen
Anhaltspunkt.
Das Fazit der Wissenschaftler kommt zu dem Ergebnis, dass die Verläufe durch Delta grundsätzlich schwerer waren und die von der Infektion geheilten Patienten danach deutlich mehr Antikörper bildeten. Die mit der Omikron-Variante Infizierten wiesen deutlich weniger Antikörper auf. Demnach weisen diese Patienten ein höheres Risiko auf, sich erneut zu infizieren. Angesichts dieser Ergebnisse glauben Wissenschaftler wie die norwegische Forscherin Gunhild Alvik Nyborg jetzt, dass es mit der Herdenimmunität noch einige Zeit dauern könnte. Andere Forscher raten die Studienergebnisse mit Vorsicht zu genießen. Die vorliegenden Daten seien noch sehr dünn, um Rückschlüsse zu ziehen.