Seit Jahren ist bereits bekannt, dass bei älteren Menschen sowohl das Sehvermögen abnimmt und die Beweglichkeit nachlässt. Dies führt dann dazu, dass ältere Menschen häufiger in Unfälle verwickelt werden. "Drei von vier Unfällen, in die über 75-jährige Autofahrer verwickelt sind, wurden auch von ihnen verursacht", informiert nun Siegfried Brockmann, Leiter Unfallforschung der Versicherer. Generell nehme die individuelle Leistungsfähigkeit bei den Menschen mit dem Alter ab. Wann genau, ist jedoch von Person zu Person unterschiedlich. Ab einem Alter von 75 Jahren könne man diese Unterschiede aber meist sehr gut erkennen. Trotzdem ist Brockmann kritisch, was eine verpflichtende Fahrtauglichkeitsprüfung für Rentner angeht. Denn dies würde nach seiner Meinung eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) einschließen. Und diese sei für die Betroffenen mit erheblichen Kosten verbunden. Stattdessen plädiert Brockmann für eine Testfahrt mit einem Experten. "Das Ergebnis bleibt aber unter vier Augen", schlägt Brockmann vor, der die freiwillige Abgabe des Führerscheins als bessere Alternative sieht.
In einigen Bundesländern hat man sich über das Thema bereits Gedanken gemacht. Zum Beispiel erhalten in Baden -Württemberg Menschen im Rentenalter, die ihren Führerschein freiwillig abgeben, ein kostenloses Ticket für den öffentlichen Nahverkehr. "Wir möchten damit den Zugang zum ÖPNV erleichtern", versucht der dortige Verkehrsminister Joachim Herrmann diese Maßnahme zu erklären. In anderen europäischen Ländern müssen sich ältere Verkehrsteilnehmer bereits testen lassen. So wird in Dänemark ein jährlich ausgestelltes ärztliches Attest verlangt, das die Verkehrstauglichkeit zertifiziert. In der Schweiz wird ab 70 Jahren eine Kontrolluntersuchung verpflichtend, wenn man weiter Auto fahren will.
Da es in Deutschland selbst noch keine Testpflicht für ältere Menschen gibt, sollten diese die Anzeichen auf eine Fahruntauglichkeit am besten selbst im Auge behalten. Ein erster Hinweis könnte eine gewisse Unsicherheit am Steuer des Wagens sein . Bei einer Abnahme der Sehkraft, sollte man bei einem Augenarzt die Sehschärfe testen lassen. Bei Problemen mit den Ohren empfiehlt sich ein Hörtest beim HNO-Arzt. Ansonsten sollte man Möglichkeiten suchen, die eigene Reaktionsfähigkeit zu testen. Und auch Schmerzen bei gewohnten Bewegungen sollten untersucht werden, wenn diese Probleme beim Autofahren auftreten.