In den Bundesländern werden jedenfalls bereits Szenarien durchgespielt und Möglichkeiten zu Lockerungen ausgelotet. In Bayern macht sich Ministerpräsident Markus Söder für einen Stufenplan der Bundesregierung stark.
"Wir sollten bei Kultur, Sport und Handel weitere Öffnungsschritte angehen, wenn die Krankenhauszahlen stabil bleiben", gab Söder bei der "Bild am Sonntag" zu Protokoll. Gegen Lockerungen ist Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann. Dieser hatte zuletzt angedeutet, erst nach Ostern über Lockerungen sprechen zu wollen. Trotzdem soll man in Baden-Württemberg intern bereits an einem Plan für Lockerungen arbeiten. Aus dem baden-württembergischen Sozialministerium hieß es, dass man sich am 18. Februar mit Klinik-Vertretern und Wissenschaftlern kurzschließen werde. Dabei soll ausgelotet werden, ob Lockerungen bereits verantwortbar sind.
In den letzten Tagen hatten sich immer mehr Politiker in die Debatte um Lockerungen in der Pandemie eingeschaltet. Zwar sieht der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans aktuell noch keinen Grund zu lockern, doch er erklärt auch: "Wir müssen uns aber auf den Zeitpunkt vorbereiten, denn der Scheitel-Punkt der Welle wird eben auch durchschritten sein." Deshalb sei es notwendig einen Zeitplan für solche Lockerungen auf der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz vorzubereiten. "Die leichteren Krankheitsverläufe bei Omikron geben uns die Chance, die Grundrechtseingriffe Stück für Stück zurückzunehmen, wenn der Scheitelpunkt, wenn der Höhepunkt dieser Welle erreicht ist", hatte sich auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst im "heute journal" geäußert. Nach Schleswig-Holstein, wo bereits in den kommenden Tagen erste Lockerungen durchgeführt werden, hat nun auch die hessische Landesregierung den Wegfall von Corona-Maßnahmen ab Montag angekündigt. Dort wird die 2G-Regel im Einzelhandel nicht mehr angewendet und bei Großveranstaltungen dürfen auch wieder mehr Zuschauer dabei sein.