Für echte Sonntagskrimi-Fans lohnt sich ein Abschieds-"Tatort" immer, denn solche Filme markieren Wendepunkte in diesem TV-Universum. Außerdem ist es tatsächlich ein Abschiedskrimi, was ja nicht immer der Fall ist. Wie das Engagement des Schweizer Kommissars Flückiger nach acht Jahren beendet wird, soll hier aber natürlich noch nicht verraten werden - Ritschards Zukunft bleibt im Übrigen eher ungewiss.
Schon die sehr sehenswerten Einstiegsszenen auf dem Luxusdampfer zeigen eine Facette der Schweiz-Krimis, die viele sicher vermissen werden: die Faszination der Stadt Luzern und der umliegenden Landschaft. Aber auch der attraktive Kommissar darf sich nochmal von der besten und besonders coolen Seite zeigen.
Alles in allem wird in diesen Krimi aber ein bisschen viel hineingemischt: Es geht um Allmachtsfantasien des Luzerner Establishments, mögliche geheime Rüstungsgeschäfte, Affären und vor allem auch um alternative Newsportale, Pressefreiheit, Fake News und die Sache mit der Wahrheit, bei der die Widersacher unversöhnlich aufeinandertreffen: "Sie machen den Leuten bloß Angst!" - "Sie haben doch bloß Angst vor den Leuten!"
Verschwörungstheorien, Gesellschaftskritik, Kritik am Wirtschaftssystem - es ist durchaus möglich, den Faden zu verlieren. Und auch das Motiv des Täters wirkt etwas konstruiert. Irgendwann eskaliert dann alles... oder um es mit Flückigers Worten zu sagen: "Ich bin raus, kann machen, was ich will!"