"Tatort: Angriff auf Wache 08": So grandios wird der neue Murot-Krimi

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"Tatort: Angriff auf Wache 08": So grandios wird der neue Murot-Krimi

Stars (2 / 1) 28.12.2020 17:26 / Frank Symbolbild HR / Bettina Müller


Fans von alten John-Wayne-Western dürften ebenfalls frohlocken, denn schon allein die brachliegende Landschaft ähnelt einer ausgetrockneten Prärie im Wilden Westen. Doch damit nicht genug: Wie um ein Lagerfeuer sitzen die verschwitzten Protagonisten irgendwann im Kreis, reichen eine Flasche Whiskey reihum und lauschen dem Song "(I was born under a) Wand'rin' Star" von Lee Marvin (1924-1987), der von Polizist Brenner auf einer Mundharmonika zum Besten gegeben wird.

Die Darstellung der angreifenden Gangs - deren Zusammensetzung überrascht - ist hingegen von einem anderen Genre inspiriert: Sie wirken wie Zombies, die als gesichts- und seelenlose Monster durch die Dunkelheit streifen. Gut möglich, dass hier entsprechende Filme von George A. Romero (1940-2017) Pate standen.

Und irgendwie zitiert dieser Murot-Krimi auch sich selbst. Doch anders als bei dem preisgekrönten "Tatort: Im Schmerz geboren" (2014) wird man die Leichen-Strichliste hier irgendwann beiseitelegen. Es dürften definitiv noch mehr sein...

Herausragende Kamera und Bildgestaltung

Split Screens, gelbliche Färbung, ungewöhnliche Einstellungen etc. - die Einfälle des Teams um Kamera und Bildgestaltung sind herausragend. Da wirken sogar die Drahtseile zwischen den Hochspannungsmasten wie bezaubernde Strahlen am blauen Hochsommerhimmel. Hollywoodreif ist außerdem das umfangreiche Waffenarsenal, welches den Zuschauern mit beeindruckender Expertise vorgestellt wird - kein Wunder, dass Waffenmeister Markus Diekmann eigens im Abspann genannt wird.

Grandiose Ensemble-Leistung

Dieser Krimi ist eine großartige Ensemble-Leistung, in die sich die Figur des Felix Murot wunderbar einfügt. Ganz besonders verneigen muss man sich aber wohl vor Clemens Meyer, der nicht nur das Drehbuch geschrieben hat, sondern im Film auch in der skurrilen Rolle des Moderators DJ Ecki zu sehen ist. Seine Szenen bilden eine Art Rahmenhandlung - und bieten zugleich eine Verschnaufpause zwischen den Angriffen. Und auch hier gibt es Parallelen zu einem Filmklassiker, die spätestens beim langgezogenen "Good Morning!" in Erinnerung gerufen werden - gemeint ist "Good Morning, Vietnam" (1988) mit Robin Williams (1951-2914).

Ein Highlight für "Tatort"-Fans und Nicht-"Tatort"-Fans.