Judith Williams probiert die Pfanne aus und wirft mit Bratkartoffeln um sich. Bei Georg Kofler klappt es - er kann es aber auch ohne Bügel. Und Frank Thelen (44) kann ohnehin nur Rührei kochen. Aber da ist noch Ralf Dümmel, der den Pitch abkürzt. Er hat Pfannen ohne Ende verkauft, Millionen davon. "Wenn ein Löwe zu euch passt, dann bin ich der richtige Partner. Lasst uns an die Arbeit geben. Lasst uns das Ding groß machen. Es ist so ein faires Angebot." Dagmar Wöhrl ist skeptisch: "Du weißt nichts von den Produktionskosten." Ralf Dümmel winkt ab: "Egal, das ist mein Geschäft." Die Gründer schlagen ein und sahnen den schnellsten Deal in der "Höhle der Löwen" ab.
Die nächsten Gründer kommen in Tarnuniformen ins Studio. Die ehemaligen Bundeswehr-Offiziere Philip Brohlburg und Johannes Schröder haben diverse natürliche Food-Produkte zur Steigerung der physischen und mentalen Leistungsfähigkeit entwickelt. In der "Höhle der Löwen" stellen sie mit "Omega Bar" ihr neuestes Produkt vor, den ersten pflanzlichen Omega-3-Riegel weltweit. 400.000 Euro für zehn Prozent der Anteile lautet das Angebot, "ahead" heißt ihre Marke. Den Riegel gibt es in zwei Geschmacksrichtungen: Schoko und Cheesecake.
Carsten Maschmeyer zieht gleich die Notbremse: "Ich darf keine Nüsse, ich bin raus." Den anderen schmeckt's. 2,49 Euro soll der Riegel kosten. Die Bewertung passt Georg Kofler aber gar nicht: "Die bekommt ihr im Markt derzeit nicht, auch von mir nicht, daher bin ich raus." Dagmar Wöhrl schreckt ebenfalls die hohe Bewertung ab: "Ihr braucht viel Vertriebswissen, es ist eine langwierige und kostspielige Angelegenheit und daher steige ich aus." Wegen der hohen Firmenbewertung haben auch die restlichen Löwen kein Interesse einzusteigen. Riesenkomplimente, aber kein Deal. Die Gründer bleiben optimistisch: "Wir blicken ahead."
Investition trotz PferdeallergieDer nächste Pitch beginnt mit einem Pferd. Die Gründerinnen sind begeisterte Reiterinnen und haben eine Pferde-App entwickelt. Damit möchten Christina Terbille und Sarah Wendlandt die Steuerung aller Prozesse in Pferdebetrieben vereinfachen. 150.000 Euro benötigen sie, 15 Prozent bieten sie. Wer wird diesen Ritt mit ihnen wagen? Carsten Maschmeyer hat eine Pferdeallergie und ist raus. Nils Glagau (43) kennt sich in der Pferdewelt ebenfalls nicht aus und Dagmar Wöhrl hat das Gefühl, dass die Gründerinnen sie nicht brauchen.
Die Gründerinnen kämpfen, erklären, dass sich ihr App-Modell auch auf andere Geschäftszweige übertragen ließe, zum Beispiel in der Pflege. Ralf Dümmel möchte ebenso nicht investieren, aber da hakt plötzlich Carsten Maschmeyer ein - trotz Pferdeallergie: "So kompetente Gründerinnen haben mich überzeugt, ich will 24,9 Prozent, steige ein, wenn man es auf andere Bereiche übertragen kann." Deal. Die Freude ist groß.
Jakob Schneider, Johannes Weckerle und Matthias Albrecht sind Snowboardfans, aber genervt vom An- und Abschnallen der Bindung. "CLEW" heißt ihre Firma. Ihre Erfindung: Ein neues System mit Step-in-Funktion. Um mit der Produktion starten zu können, benötigen die Gründer 200.000 Euro. Dafür bieten sie 15 Prozent ihrer Anteile. 295 Euro soll das System kosten. Ralf Dümmel beginnt das Rennen: "Ich möchte euch ein großes Kompliment machen, endlich mal ein Problem gelöst, aber das ist nicht mein typisches Business, ich steige aus." Judith Williams gehört nicht zu den Menschen, die morgens aufstehen und rufen: "Snowboard, Snowboard, Snowboard". Daher ist auch sie raus.
Maschmeyer und Wöhrl folgen. Bleibt noch Snowboardfan Frank Thelen. "Tja", sagt er und sieht sich die Bindung nochmal an. "Es ist leider ein Nischenmarkt, zehn Prozent Marktanteil weltweit, es ist ein Hobby." Aber: "Ich würde das machen aus Passion, 200.000 für 30 Prozent" bietet er den Gründern, die aber höchstens 20 Prozent abgeben möchten. Thelen will nicht verhandeln: "Okay, dann vielen Dank für euren Auftritt."