Bause: Ich glaube grundsätzlich, dass es für Männer ein wenig schwieriger ist, sich vor sechs Millionen Menschen auf eine Person zu bewerben und von dieser dann womöglich abgelehnt zu werden. Frauen wollen den Männern vielleicht ersparen, sich in so eine Situation begeben zu müssen, und bewerben sich deshalb nicht. Das ist zwar schade, aber es sollen sich ja auch alle wohlfühlen.
Trifft diese Vermutung auch auf Homosexuelle und Transgender zu?Bause: Natürlich würde ich mich auch über mehr Bewerbungen von Homosexuellen und Transgender freuen. Aber es ist nun mal so, dass das ländliche Umfeld doch noch einmal etwas anders ist als das städtische. Vermutlich ist es schwierig, nach der Sendung mit den Auswirkungen des leider manchmal nicht so toleranten Deutschlands auszukommen und auf dem Land weiterzuleben. Wo alle dann auf einmal wissen, was du abends in deinem Bett machst und wie du privat orientiert bist. Es ist schade, dass es so ist. Aber wir sind halt nicht so aufgeschlossen und modern, wie wir es gern mal in den Medien propagieren und wie es in der Großstadt sicherlich ist.
Was unterscheidet "Bauer sucht Frau" von anderen Kuppel- und Datingshows in Deutschland?Bause: Wir haben Kandidaten, die alle ihre Verträge lesen können und diese auch verstehen. Sie machen ihre Steuererklärung selbst und fordern ihre Fördergelder bei der EU ein. Sie wissen ganz genau, was sie wollen und was sie nicht wollen. Und deswegen liegt dem Ganzen auch eine unglaubliche Glaubwürdigkeit inne, was man von anderen Formaten nicht verlangen darf. Die sind zum Teil ja nur auf Unterhaltung, Skurrilitäten und schöne Körper ausgelegt.
"Bauer sucht Frau" hat doch aber auch Skurriles zu bieten?Bause: Natürlich würde "Bauer sucht Frau" nicht so existieren, wenn wir nicht auch unsere kleinen Skurrilitäten dabei hätten. Gerade um die muss man sich ja auch kümmern. Wir wollen schließlich wirklich helfen und nicht nur einen auf "Der Bachelor" machen.